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Es handelt sich um die zweite, völlig neu bearbeitete Auflage der im Rascher Verlag erschienenen »Psychologie des Traumbewußtseins«. Das Buch ist in 7 Kapitel gegliedert: Physiologie des Schlafs; die psychische Aktivität während des Schlafs; Wachbewußtsein und Traumbewußtsein; die Struktur des Traumbewußtseins; die Bewußtseinsfunktionen im Traum; vergleichende und differentielle Psychologie des Traums; die Traumdeutung.
Nachdem Bossard in den ersten beiden Kapiteln Ergebnisse der psychophysiologischen Schlaf- und Traumforschung dargestellt hat und dabei versuchte, den Schlaf und seine Stadien in einen biologischen Zusammenhang einzuordnen, wobei er auf ungelöste Probleme hinweist, wendet er sich den unterschiedlichen Merkmalen von Wachbewußtsein und Traumbewußtsein zu. Dabei wird die Anlehnung des Autors an die romantische Psychologie und an C. G. Jung deutlich. Bossard sieht im Unbewußten eine psychische Struktur primitiverer Art als im Wachbewußtsein. Im Traum manifestiere sich das Unbewußte, allerdings vom Wachbewußtsein mehr oder weniger stark beeinflußt. Von dessen Standpunkt aus will er nun mit Hilfe rationaler Denkkategorien das Traumbewußtsein verstehen. Anhand vieler Beispiele diskutiert er Objektivität, Projektion, Metamorphose, zeitliche und räumliche Verhältnisse, Verdichtung und Vermischung, Symbol und Archetypus im Traum. Allerdings geht m. E. aus keinem Beispiel hervor, daß » chaotisch-animalische Tendenzen« im Traumgeschehen wirken oder daß Archetypen als urtümlichste Schicht in das Traumbewußtsein durchschlagen.
In Bossards Anthropologie ist der Traum von besonderem Interesse, weil er ihm zufolge zwischen Archaischem und Rationalem, Trieb und Geist auf der Schwelle steht. Eine solche Auffassung bringt ihn in Gegensatz zu Freud, gegen den er folgende Einwände vorbringt: Das Traumbewußtsein sei eine Vorstufe des Wachbewußtseins, da jenes archaisch sei und nicht nach den Regeln des begrifflich-logischen Denkens arbeite wie dieses. Die Sexualität sei bei