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Der Autor beabsichtigt mit dieser Arbeit, die »nicht typisch« neurotischen Störungen in eine als »ganzheitlich« bezeichnete Neurosen-Psychologie einzugliedern. Er schlägt vor, die herkömmliche typologische Betrachtungsweise durch eine synoptische zu ersetzen, ohne dabei jedoch eine neue Theorie entwickeln zu wollen. Allerdings distanziert er sich entschieden von der »vorherrschenden psychoanalytischen Theorie«, da er überzeugt ist, daß in diesem »monolithischen Block« das Narzißmus-Konzept als »theoretischer Lückenbüßer« deshalb eine »überhöhte Bedeutung« erhält, weil die »meta-psychologischen Vorurteile« verhinderten, die Verflochtenheit von sozialen und Ich-Erfahrungen evident werden zu lassen. Während von den sozial-philosophisch ausgerichteten Psychoanalytikern, denen die praktische Erfahrung fehle, ein »privates Denksystem« mit »sehr mystifizierenden Begriffen« entwickelt werde, habe sich bereits Schultz-Hencke bemüht, den Anteil »theoretisch-spekulativer Konstrukte« möglichst gering zu halten. Obwohl sich für das hier interessierende Thema bei Freud und seinen Mitarbeitern Hinweise fänden, sei es eben mit den trieb- und ich-psychologischen Auffassungen nicht möglich, die aktuellen mitmenschlichen Beziehungen zu erfassen. Aus diesem Grunde sei es erforderlich, die klassische Psychoanalyse mit den Ergebnissen der naturwissenschaftlich (!) orientierten Nachbardisziplinen wie Kommunikationstheorie, Ethologie und empirische Psychologie zu erweitern. Zur Frage einer psychoanalyischen Beziehungstheorie verweise ich auf die Arbeit von Muck (Psyche, Heft 3, 1978).
Das Vorurteil Rudolfs gegenüber der Psychoanalyse wird dadurch verstärkt, daß sein Blick auf ein intentional-kommunikatives Erklärungsmodell fixiert ist. Das Intentionale sieht er als eine früh erworbene Ich-Leistung. Die psychoanalytische Struktur »Ich« wird von ihm als »maschinenartiges Vorstellungsmodell beseitegelegt«. Nur eine Ich-Psychologie unter Berücksichtigung der »vielfältigen Facetten ich-hafter Er