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Es handelt sich um die Übersetzung von “The Will to be Human” (New York, 1972). Der Titel hätte auch mit “Der Wille, ein Mensch zu sein”, wiedergegeben werden können. Der Mensch, zwar Tier, unterscheidet sich dennoch vom Rest des Tierreichs: “Das Moralgesetz (orig.: ‘ethics’) verlangt, daß der homo sapiens seine Biologie transzendiert und das Gemeinwohl zu seiner Sache macht” (S. 264). Jedoch heißt es zurückhaltend: “Dieses Buch ist keine Abhandlung über Ethik (orig.: ‘ethics’) …” (S. 262). Das träfe aber nur dann zu, wenn hochgesteckte Ansprüche zum Maßstab genommen würden. Arieti hat nicht beabsichtigt, ein Werk für Fachgelehrte zu schreiben. Darin ist er erfolgreich. Über Strecken bleibt dunkel, ob nur einer fatalen Popularisierung Thesen zu verdanken sind, die als geistiges Eigentum eines Bridgman, Riesman, Freud, Marcuse, Reich, Skinner u. a. vorgestellt und kritisiert werden. Arietis eigene Thesen kreisen um den Willen. Der ist nur der Gattung Mensch zu eigen. In jeder Ontogenese erfährt er sein individuelles Schicksal: “Das Drama des Willens ist ebenso wichtig wie das der infantilen Sexualität” (S. 34). Die Pathologie des Willens wird klassifiziert. Des weiteren findet sich eine Beschäftigung mit Fragen der Gesellschaft, Politik und Geschichte: “(Marx') ganze Theorie läßt sich jedoch auch in Begriffen der Machtdynamik begreifen” (S. 172). Und: “Nach meiner Meinung ist der Mehrwert nur eine Variante der übermäßigen Macht” (orig.: ‘surplus power’) (S. 188).
Die Geschichte läßt sich gern von Männern machen, so etwa in dem Gedankenausflug zu der Möglichkeit, daß, hätte nur Victor Emmanuel III. 1922 durch einen Akt seines Willens nicht Mussolini die Macht gegeben, dann wären auch Hitler und Franco nicht zur Macht gekommen und Europas Geschichte folglich ganz anders verlaufen (S. 223). Wollen impliziert Wählen und daher:
“Der freie Mensch muß dessen bewußt werden, daß er zwar zum Teil biologisch und zum Teil auch durch sozio-kulturelle Einflüsse determiniert ist, daß