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Seit etwa 30 Jahren widmet M. Mahler sich der Erforschung der frühen Mutter-Kind-Beziehung. Ihr besonderes Interesse galt zuerst den symbiotisch-psychotischen Kindern und ihren Müttern. Daraus entstand ihr berühmtes Buch »Symbiose und Individuation«. Um ihre ersten Ergebnisse zu validieren, aber auch um eine Matrix für gelungene Loslösung und Individuation zu erhalten, hat sie sich in der Folge auch der sog. normalen menschlichen Entwicklung zugewandt. »Durchschnittliche Mütter mit normalen Kindern« wurden systematisch beobachtet, z. T. in dafür eingerichteten Räumen im Forschungszentrum, z. T. in den Elternhäusern der Kinder. Aus dieser Forschungsarbeit entstand der nun vorliegende Band, der 1975 unter dem Titel »The psychological birth of the human infant« in New York erschienen ist. Die meisten Kapitel verfaßte M. Mahler mit je einem der beiden Co-Autoren, ein Kapitel und die Anhänge stammen von Pine.
Welches waren die Hypothesen und Forschungsziele? Mahler und ihre Mitarbeiter postulierten eine bestimmte, genetische Struktur, die sie in vier Subphasen zwischen dem 4. und 36. Lebensmonat unterteilten. Diese seien zwar individuell variabel, ihre Reihenfolge aber irreversibel. Den Zweck des Projekts umschrieben die Autoren wie folgt: es gelte, »den Ablauf der vier Subphasen des Loslösungs- und Individuationsprozesses durch Längsschnittuntersuchungen an einer weiteren Gruppe von Mutter-Kind-Paaren zu verifizieren und die Muster sowohl der für jede Subphase typischen Mutter-Kind-Interaktion als auch die Entwicklungsmuster des Kindes in jeder Subphase darzulegen«.
Nach einer Darstellung und Diskussion bisheriger Ergebnisse (Teil I) findet der Leser im Teil II detaillierte Beschreibungen und Merkmale der Subphasen und im Teil III die Schilderung des Lebensabschnitts von fünf Kindern zwischen dem 4. und dem 36. Lebensmonat. Diese beiden Teile bilden das Kernstück des Buches; die Autoren breiten hier ihr reiches Forschungsmaterial aus. Die erste Subphase, die Differenzieru