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Der Band von G. Brinker-Gabler ist der erste einer neuen Fischer-Taschenbuchreihe, in der Texte und Analysen zur Frauenbewegung aus der Zeit von 1848 bis zum Beginn der dreißiger Jahre unseres Jahrhunderts vorgestellt
werden. Es kommt dabei eine Vielfalt von Meinungen zu Wort, wie sie die erste bürgerliche Frauenbewegung von ihrem radikalen bis zu ihrem konservativen Flügel kennzeichnen. Die vorliegende Auswahl von Beiträgen zur »Psychologie der Frau« löst mehr ein, als der allgemein gehaltene Titel auf den ersten Blick verspricht, insofern hier die historische Kontinuität zentraler Themen der feministischen Diskussion um die Theorie der Weiblichkeit in ihren sozialpsychologischen und sozioökonomischen Bezügen vom Beginn des genannten Zeitraums bis heute aufgezeigt wird. Die Herausgeberin verdeutlicht diese Kontinuität, indem sie einleitend den Bezug der frühen Texte zu dem breiten Spektrum aktueller Publikationen herstellt, zu marxistisch ausgerichteten (etwa J. Menschik) ebenso wie zu sozialpsychologischen und psychoanalytischen Darstellungen (U. Prokop, M. Mitscherlich-Nielsen1), zu Fragen der Sozialisation (E. G. Belotti u. a.), zu Ansätzen der empirischen Psychologie oder ökologischen und anthropologischen Orientierungen.
Schon vor der Jahrhundertwende wird, wie die Texte zum Thema »Weiblichkeit — Natur oder Kultur?« verdeutlichen, eine heftige Diskussion um die historische Bedingtheit bzw. Naturgegebenheit geschlechtsspezifischer Eigenschaften geführt und Kritik geübt an der ontologisierenden Polarisierung des Typus »weiblich = Leben, Altruismus, Person, individuell; männlich = Prinzip, Egoismus, Sache allgemein« (Einleitung, S. 9 f.). So zeigen etwa Hedwig Dohm und Bertha von Suttner, wie sich geschlechtsspezifische Prägungen durch Anpassung an ein patriarchalisches System herausbilden und als Folge der Zuschreibung von Rollen und projektiven Eigenschaften von Seiten der Männer zu verstehen sind. Die Festlegung der Frau auf ein naturgegebenes Wesen, von der