You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Es ist erfreulich, daß das 1959 — also posthum — erschienene Buch mit Arbeiten und Vorträgen Frieda Fromm-Reichmanns aus den Jahren 1935-1957 nun in deutscher Übersetzung erschienen ist.
Der Herausgeber, Dexter M. Bullard, hat versucht, die z. T. sehr verschiedenartigen Arbeiten unter Oberbegriffen zusammenzufassen.
Zwei Arbeiten »Über das Wesen des Problems« beschäftigen sich mit Grundfragen der psychoanalytischen Behandlung Geisteskranker bzw. mit der Geschichte der Psychotherapie. Unter den sechs Arbeiten »Über Psychoanalyse und Psychotherapie« interessieren am meisten diejenigen, welche sich mit der Grundhaltung des Psychoanalytikers auseinandersetzen (und noch hochaktuell sind), und einige andere, die den Unterschied zwischen der klassischen Psychoanalyse und der »dynamischen Psychiatrie« bzw. der »intensiven dynamischen Psychotherapie« herausarbeiten, der sich die Autorin in Anlehnung an Harry Stuck Sullivan, Erich Fromm und andere verschrieben hat. Bekanntlich wird — überwiegend auf den Erfahrungen mit Psychotikern basierend — von den Vertretern dieser Richtung dem Beziehungsgesichtspunkt besondere Beachtung geschenkt. Außerdem wird der Sexualität nicht der bedeutungsvolle Platz zugeordnet wie in der klassischen Psychoanalyse, sondern die Bewußtmachung von abgewehrten Liebes- und Abhängigkeitswünschen besonders betont. Ebenfalls in erster Linie für die Arbeit mit Geisteskranken gilt, daß der Inhalt der Äußerungen des Kranken eine geringere Rolle spielt als das Verständnis der Kommunikation. Oft weiß insbesondere der Schizophrene ganz genau oder sogar viel zu genau, was seine Äußerungen inhaltlich bedeuten. Was ihm weniger bewußt oder unbewußt ist, ist häufig ihr kommunikativer Stellenwert.
Besonders eindrucksvoll sind die acht Arbeiten »Über Schizophrenie«. Man spürt, daß in der Arbeit mit Schizophrenen Frieda Fromm-Reichmanns eigentliche Begabung lag. Eine Vielzahl von eindrücklichen Fallvignetten belegt das. Fragt man sich nach den wesentlichsten Ursachen i