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Nach Hermann Langs Arbeit »Die Sprache und das Unbewußte« folgt nun ein erneuter Versuch, das Werk des Pariser Psychoanalytikers Jacques Lacan darzustellen. Dadurch dokumentiert sich, daß dessen Gedanken im deutschen Sprachraum allmählich Resonanz finden. Samuel M. Weber, Professor an der Universität Baltimore und Herausgeber der vor kurzem erschienenen »Denkwürdigkeiten eines Nervenkranken« von D. P. Schreber, hat sich die Aufgabe gestellt, den komplizierten Gedankenwegen Lacans nachzugehen und sie mit Aspekten der Sprachphilosophie und vor allem mit der strukturalistischen Linguistik (de Saussure, Jakobson, Benveniste, Derrida) zu konfrontieren. Durch die kenntnisreiche Gegenüberstellung kristallisiert sich das Neue bei Lacan heraus, aber auch seine Nähe und Distanz zu Freud, dessen Widersprüche und Verwirrungen von der elaborierteren Theorie aus allererst zutage treten.
Weber sieht sich einem doppelten Übersetzungsproblem gegenüber: Er muß nicht nur einen französischen Text in die deutsche Sprache übertragen, sondern auch berücksichtigen, daß der Text Lacans selber Übersetzung ist —Übersetzung des Unbewußten, das seinerseits nicht einfach der Urtext ist. Weber schreibt dazu: »Auch wo Wahrheit — wie gerade in neuerer Zeit — als von ihrem sprachlichen Ausdruck untrennbar angesehen wird, zweifeln wir kaum daran, daß ihre Selbstidentität jene Wiederholung in verschiedenen Sprachen ermöglicht, die wir gemeinhin >Übersetzung< nennen. Nun, der Diskurs von Lacan versteht sich selbst ohne Zweifel als ein theoretischer, und zwar als einer, der nicht lediglich auf die Wahrheit zielt, sondern sie selbst ausspricht; und dennoch ist die Übersetzbarkeit seiner Texte alles andere als gesichert, weil das, was sie darstellen — was in ihnen gewissermaßen zu Worte kommt — kein einfach Dargestelltes ist, kein Objekt, das mit sich selbst gleich wäre, sondern wiederum selbst Darstellung, Übersetzung.«
Webers Buch läßt sich nicht resümieren. Einmal, weil es Darstellung eines Dargestellten