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Zum Problemkreis Psychoanalyse und Verhaltenstherapie liegen mittlerweile mehrere Stellungnahmen vor, die eine Einschätzung der jeweils anderen Position anvisieren. Vermittlungsversuche zwischen diesen beiden Positionen sind dagegen selten; zu unterschiedlich erschienen den meisten Autoren die methodischen und erkenntnistheoretischen Differenzen. P. Wachtel, Psychologieprofessor in New York, hat nun einen umfassenden, sehr konkret ausformulierten Versuch zur Integration vorgelegt, bei dem er Elemente beider Therapien auf einer vorwiegend klinischen Ebene kombinieren möchte. Der Autor, der, wie er selbst darstellt, aus der “psychoanalytischen Tradition” kommt und einen psychodynamischen Ansatz beibehalten möchte, sieht die Berechtigung für seine integrativen Anstrengungen sowohl in dem Bedürfnis nach einer allgemeinen Verbesserung der psychotherapeutischen Arbeit als auch in einer Unzufriedenheit mit dem derzeitigen Stand der Persönlichkeitstheorien. Nach seiner Prämisse sind die Merkmale beider Ansätze — das psychoanalytische Verständnis der Bedeutung von Gedanken und Handlungen sowie die aktiven Interventionen der Verhaltenstherapie — besser miteinander zu vereinbaren als bisher angenommen wurde.
Daß diese “Integration” jedoch nicht umstandslos und ohne wesentliche Neuformulierungen möglich ist, zeigt bereits der Verlauf der Argumentation. Das Buch beginnt mit einer Auseinandersetzung mit der klassischen psychoanalytischen Theorie und Technik, aus der heraus Wachtel einen interpersonellen Ansatz entwickelt, den er als Basis für seine Arbeit ansieht. Das Haupthindernis bei der angestrebten Integration sieht er sehr zutreffend in der lebensgeschichtlich gewendeten Sichtweise der Psychoanalyse (S. 26). Die infantil entstandenen Interpretationen erscheinen ihm als “eingeschlossene Überbleibsel”, als eine vom gegenwärtigen Leben abgetrennte innere Realität (S. XVI). Auf der Suche nach dem eingeklemmten Affekt habe Freud die aktuell auftretenden Probleme der Patienten nic