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Die Bücher Paul Watzlawicks haben auf einen weiten Kreis von Lesern immer schon sehr verführerisch gewirkt. Sie sind, im Unterschied zu den meisten anderen psychiatrischen Fachbüchern, sehr gut zu lesen, sogar unterhaltsam, anekdotisch, witzig und überraschend. Auf diese Weise ist Watzlawick inzwischen zum populärsten Vertreter derjenigen therapeutischen Richtung geworden, die aus der kommunikationstheoretischen Schizophrenieforschung hervorgegangen ist.
Indes, seit “Menschliche Kommunikation” und “Lösungen”, Texte, die zusammen mit anderen Autoren der Palo-Alto-Gruppe verfaßt wurden, deren wesentlichste Teile jedoch zweifellos Watzlawick zuzuschreiben sind, 1969 bzw. 1974 auf deutsch erschienen sind, haben hierzulande einige Autoren seinen Verführungskünsten widerstanden und beharrlich auf die schwachen Stellen seines Ansatzes den Finger gelegt. Ich verweise als Beispiel auf einen Aufsatz Alfred Lorenzers (in: “Sprachspiel und Interaktionsform”, Frankfurt 1977), der vom Standpunkt einer psychoanalytisch orientierten Sozialisationstheorie aus zeigt, daß die kommunikationstheoretische Double-bind-Theorie die Dialektik von Triebbestimmtheit und sozialer Determination psychischer Struktur systematisch ausblende und damit einer Gesellschafts- und Geschichtsblindheit verfalle. Verhalten werde konkretistisch aufs sprachliche Hier und Jetzt reduziert, während gerade psychotische Störungen — immerhin hat sich dieser Ansatz als Schizophrenie-Theorie profiliert — den Rückgang auf frühkindlich hergestellte bzw. basal deformierte, vorsymbolische Strukturen erforderten.
Vom Standpunkt einer materialistisch verstandenen Psychoanalyse aus wird eine solche Kritik unmittelbar einleuchten. Auf der anderen Seite wird jedoch eine angemessene Einschätzung auf den Umstand zurückgehen müssen, daß das, was aus psychoanalytischer Sicht als Defizit erscheinen muß, die Abkehr von einer Theorie des Unbewußten also, eine methodische Reduktion der Kommunikationstheoretiker darstellt; daß sie also