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Der deutsche Herausgeber und Mit-Übersetzer, Wolfgang Kretschmer, erinnert im Vorwort daran, daß das Buch von Bassin auch sittliche Vorbehalte gegen die Psychoanalyse seitens sowjetischer Wissenschaft formuliere, etwas, was man sich heutzutage kaum noch zu sagen getraue (S. 11). Nun, entsprechende Sätze wie: Psychoanalyse erhebe »Erotik in den Rang eines führenden sozialen Prinzips« und fördere so die »schlechtesten Formen dekadenter Literatur
und der Kunst«, finden sich eher in einer 1973 im »Marxismus Digest« (Heft 4) erschienenen deutschen Übersetzung eines Bassin-Textes aus dem Jahre 1962 (»Zum Problem des >Unbewußten<«), haben aber in dem hier zu besprechenden Buch — glücklicherweise — keinen Stellenwert. Wenn Kretschmer dennoch in seinem einseitigen Vorwort zustimmend an diese hoffentlich überholten Phasen früher sowjetischer Psychoanalyse-Rezeptionen erinnert, wirft er eher ein bezeichnendes Licht auf bestimmte westliche Rezeptionserwartungen bezüglich sowjetischer Wissenschaft, als daß er den Rezeptionsstand westlicher Konzeptionen in der Sowjetunion adäquat charakterisiert.
In einem wichtigen Teil seines Buches diskutiert Bassin — freilich bunt zusammengewürfelt — aktuelle Positionen um die Psychoanalyse (Lacan, Sève) etwa auf dem Literaturstand bis 1974 sowie — in dieser Reihenfolge — den »Neofreudismus«, Adler, Fromm, Mitscherlich, Ammon (über zwanzig Seiten, doch leider ohne jeden Literaturhinweis) sowie Kline. Die Auswahl der Positionen wird nachträglich durch das soziologische (Mitscherlich), linguistische (Lacan), semantische (Kline) bzw. historisch-materialistische (Sève) Interesse an der Psychoanalyse bzw. der Theorie des Unbewußten halbwegs gerechtfertigt (S. 152).
Die Diskussion der Positionen dokumentiert eher Rezeptionsprobleme in der Sowjetunion — der Lacan-Fachmann im Westen freilich wird nicht viel Neues erfahren, zu gering ist hier der Bezug Bassins auf Sekundärliteratur. Im Zusammenhang mit dem Thema, nämlich herauszubekommen, »was ihre (de