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Psychotherapieforschung kann schon längst nicht mehr als Stiefkind der Klinischen Psychologie bezeichnet werden: Mit der enormen Erweiterung und Differenzierung psychotherapeutischer Behandlungsmöglichkeiten stieg gleichzeitig
der Bedarf nach einer genauen Überprüfung dieses vielfältigen und nicht nur für Laien verwirrenden Angebots im Hinblick auf seine Wirksamkeit und deren Bedingungen. Dabei wurde die Notwendigkeit der Entwicklung empiriebezogener und statistisch-experimenteller Forschungsansätze immer deutlicher. Heute finden wir ein äußerst breites Spektrum von Strategien, Methoden und Handlungsmodellen vor. Die Ergebnisse dieser Forschungen können wir nur als echten Fortschritt und in vielerlei Hinsicht als vielversprechend bewerten. Für diese Behauptungen finden wir in dem von Franz Petermann herausgegebenen Textband “Psychotherapieforschung” zahlreiche Belege.
Der Inhalt des Bandes besteht aus drei in sich abgeschlossenen und voneinander unabhängigen Beiträgen, einer kurzen Einführung in die Thematik und einer umfangreichen Gesamtbibliographie.
Der erste Beitrag ist die aus dem Amerikanischen ins Deutsche besorgte Übersetzung des heute beinahe schon klassischen, in seiner Programmatik beispielhaften Artikels “Some Myths of Psychotherapy and Search for Paradigma” von Donald J. Kiesler. Als erstes wird hierin die Patienten- und Therapeuten-Uniformitätsannahme als unzutreffende Ansicht kritisiert. Bekanntlich geht diese Annahme davon aus, daß sich Patienten zu Beginn einer Therapie und verschiedene Therapeuten (zumindest einer Schule) eher gleichen als voneinander unterscheiden. Die Konsequenzen aus der Ablehnung dieser Annahme sind klar: Psychotherapieforschung muß in ihren Untersuchungen Patienten- wie Therapeutenvariablen berücksichtigen. Die Frage nach der positiven Wirkung von Psychotherapie stellt sich danach neu; sie lautet nun: “Wie reagieren welche Personen, unter welchen Bedingungen, auf welches therapeutische Vorgehen?” (S. 84).
Zweitens findet die Hy