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Die bisherige psychosomatische Herzinfarktforschung ist, was die Untersuchung des Einflusses psychischer Faktoren auf Ätiologie und Pathogenese des Herzinfarkts betrifft, durch eine große Methodenvielfalt gekennzeichnet. Das weite Spektrum der Arbeiten reicht von Einzelfallbeschreibungen über die Aufstellung psychodynamisch orientierter Konzepte der Infarktpersönlichkeit und der krankheitsauslösenden Konfliktsituation bis zu großangelegten pro- und retrospektiven Studien über das manifeste Verhalten von Herzinfarktpatienten in Korrelation zu somatischen Risikofaktoren. Im strengen Sinne psychoanalytische Untersuchungen über Genese, Konflikt und Struktur der Infarktpatienten finden sich nur in geringer Zahl. Bei unserer Darstellung der bisherigen Forschungsergebnisse werden wir uns vor allem mit jenen Autoren auseinandersetzen, die — wenn auch in unterschiedlichem Ausmaß — psychodynamische Hypothesen zur Entstehung des Herzinfarkts aufgestellt haben.
K. und W. Menninger bedauern in ihrer Arbeit von 1936, daß Psychoanalytiker die Untersuchung der psychologischen Faktoren bei Herzkranken bisher den Kardiologen überlassen haben. Aufgrund des Literaturstudiums und eigener Beobachtungen einiger weniger Fälle kommen sie zu dem Schluß, daß Herzerkrankungen im Zusammenhang mit verdrängten aggressiven Tendenzen auftreten. Die Herzpatienten wehren demnach insbesondere die feindseligen Gefühle aus der ambivalenten Beziehung zum Vater ab. Typisch für sie ist es, daß bei Erkrankung oder Tod des Vaters die ihm geltenden abgewehrten Todeswünsche in Form unbewußter Suizidtendenzen, z. B. im Infarkt, gegen die eigene Person gerichtet werden.
Eine grundlegende Untersuchung, auf die sich viele spätere Studien stützen, ist die Arbeit von F. Dunbar (1943), in der die Autorin das Persönlichkeitsprofil des Herzinfarktpatienten beschreibt. Zu den charakteristischen Verhaltensmerkmalen und Persönlichkeitszügen zählt sie folgende: ständig aktiv sein müssen, Arbeitswut, die Tendenz, alle Aktivit