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Ich hatte die Idee, diese beiden Bücher zusammen zu besprechen. Nicht nur, weil sie durch den Namen Erik H. Erikson zusammengehalten werden, sondern weil sie selbst (das erste zum großen Teil) Gepflogenheiten der wissenschaftlichen Kritik, der Polemik, der Rezension folgen. Wenn man nun abermals rezensiert, ergibt sich unweigerlich eine Diskussion. Zumindest will ich versuchen, weitere kritische Gedanken anzuregen. Um es vorwegzunehmen: im Kritischen, in der Stellungnahme liegt meines Erachtens die Bedeutung der beiden Bücher, und dies rechtfertigt einige Ausführlichkeit.
Erikson hat in einem Band neun Aufsätze zusammengefaßt, die nach Form, Inhalt und Zeitpunkt ihrer Entstehung (zwischen 1955 und 1974) so heterogen sind, daß man unwillkürlich annimmt, ein Verleger habe unter den noch verfügbaren Schriften eines berühmten Autors Nachlese gehalten, um nochmals ein Buch von ihm an den Leser zu bringen. Der Autor belehrt uns eines andern. Im Titel erinnert er an sein bevorzugtes Thema »Lebensgeschichte« und verknüpft es kühn mit dem »historischen Augenblick«, woraus sich ein neues, attraktives Forschungsfeld zu ergeben scheint. Allerdings ist mit dem historischen Augenblick in jedem der Artikel wieder etwas anderes gemeint: im Kapitel 1/II sind es die Jahre, in denen Sigmund Freud in seiner Auseinandersetzung mit Wilhelm Fließ den Zugang zur Entdeckung der Psychoanalyse gefunden hat, in 2/I ist es das Leben Ghandis und in 3/II offenbar der Moment, in dem der Autor einen kritischen oder polemischen Essay von Seiten einer Vertreterin der Frauenbewegung über einen seiner eigenen Artikel beantwortet (von der Geschichte der Frauenbewegung ist in diesem Kapitel nicht die Rede). Ich versuchte gerade, mich damit abzufinden, daß ja jeder Augenblick ein geschichtlicher ist und der Titel also zumindest nicht ganz unsinnig, als ich es (auf S. 165) genauer las: »Ein historischer Augenblick … wird bestimmt durch die Komplementarität dessen, was die Zeugen, aus welchen Motiven immer,