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In einem seiner aufschlußreichen Essays schrieb George Santayana, daß an Mythen nicht geglaubt werde, sie würden erdacht und verstanden. Die Menschen haben immer an Geschichten von ehedem festgehalten, die ihnen bedeutungsvoll erschienen. Geschichten, die erinnert, wiederholt und an die Jungen weitergegeben werden sollten, da sie alle scheinbar ewigen Wahrheiten über Gott, die Menschheit und die Welt enthalten. Solche Erzählungen nehmen für gewöhnlich mythische Form an wie legendäre Geschichten aus der Vergangenheit eines Volkes. Die biblischen Geschichten stellen eine besondere Variante solcher Mythen dar, indem sie die Legende eines Volkes, der Söhne Israels, mit der symbolischen Bedeutung der Religion verknüpfen. Mythos und Symbol sind wesentliche Aspekte jeder Religion; sie bedienen sich einer besonderen Sprache, in der religiöses Erleben mitgeteilt wird.
Aharon Wiener hat die religiösen Legenden über den Propheten Elias untersucht; durch Anwendung einer >tiefenpsychologischen< Methode kommt er zu einer geistig-psychologischen Deutung der mythischen Ereignisse. Wiener wurde in Berlin geboren und zum Arzt ausgebildet; er praktiziert jetzt in Jerusalem. In den 50er Jahren wurde er von dem Jungianer Erich Neumann analysiert. Der Einfluß von Jung, Neumann und dem amerikanischen Mythenforscher Joseph Campbell ist in Wieners Interpretation der biblischen Geschichte unverkennbar. Elias wird als der Archetypus des Helden in der jüdischen Geschichte gesehen. Elias' Ringen versinnbildlicht den Kampf des Menschen gegen infantile Hemmungen, Angst und Schuld und sein Streben nach