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Dieses Buch ist ein Roman, auch wenn es sich um den Bericht einer 7jährigen psychoanalytischen Behandlung handelt. Der Autorin geht es sicherlich nicht darum, den dynamischen Prozeß einer Analyse aus der Sicht der Patientin darzustellen. Wer von diesem Buch derartiges erwartet, wird enttäuscht. Im gesamten Verlauf bleibt der Analytiker “rätselhaft”: “dieser verdammte, kleine Mann, bis zum Ende behält er die Maske auf” (S. 314). Seine Rolle beschränkt sich mehr oder weniger darauf, im richtigen Moment die richtige Frage zu stellen und da zu sein. Es gibt keinen Kampf mit ihm (Übertragung), der Kampf tobt nur im Inneren der Autorin.
Dieser Kampf wird nun “mit schonungsloser Offenheit” (Klappentext) und in den grellsten Farben beschrieben, allerdings auch mit der Gewißheit, daß der Triumph bevorsteht. Es ist ein heroisches Buch, geschrieben mit dem Wissen des schon errungenen Sieges; Angst und Leid verlieren ihre Tiefe, ihre menschliche Dimension, weil sie einfach zu pathetisch wirken. Fast durchweg bleiben alle Register gezogen. Zur Illustration zitiere ich eine charakteristische Stelle; sie beschreibt ihre Reaktion auf die Erzählung ihrer Mutter, sie sei ein unerwünschtes Kind gewesen, und deswegen hätte die Mutter versucht, eine Fehlgeburt herbeizuführen: “Hätte ich nur gewußt, daß sie mir nun Schlimmes antun würde! Ich hätte laut gebrüllt! Statt dessen ahnte ich erst die böse, unheilbare Wunde, die sie mir jetzt schlagen würde. Wäre ich selbstsicher genug gewesen und hätte mit beiden Beinen fest in der Wirklichkeit gestanden, ich hätte den Urschrei, der in mir aufkam, sicherlich wahrgenommen. Ich hätte ihn aus der Gurgel, aus dem Mund herausgestoßen; erst dumpf wie ein Nebelhorn, dann schrill wie Sirenengeheul, wäre er zu einem Orkan angeschwollen. Ich hätte um mein Leben geschrieen und niemals die Wörter hören müssen, die sie nun wie verstümmelnde Rasierklingen auf mich herunterprasseln ließ. Hier auf der Straße hat sie mir mit ein paar Sätzen die Augen ausgestoch