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Diskussionen über die Therapeut-Patient-Beziehung haben — zumal wenn sie zwischen verschiedenen tiefenpsychologischen Schulen geführt werden — häufig etwas Doktrinäres, Dogmatisches an sich. Nicht selten entsteht der Eindruck, daß die Frage nach den »heilenden Wirkungen« der therapeutischen Beziehung und des Gesprächs nicht aus der unvoreingenommenen Erfahrung heraus beantwortet wird, sondern daß die Rechtfertigung und die Bestätigung theoretisch-axiomatischer Grundpostualte im Vordergrund stehen. Das Wesenhafte der psychotherapeutischen Situation besteht immer darin, die ganz ursprünglichen Möglichkeiten des Menschseins — sich in der zwischenmenschlichen Situation mit dem anderen zu verständigen, seiner selbst inne zu werden und sich ändern zu können — auszunützen und therapeutisch zu formen. Die verschiedenen »Schulen« und ihre Betrachtungsweisen bezeugen dabei die Vielzahl der möglichen Perspektiven, die an der therapeutischen Beziehung wahrgenommen werden können. In dieser Grundhaltung ist der vorliegende, von R. Battegay und A. Trenkel herausgegebene Band konzipiert, der die auf einer schulenvergleichenden Tagung der Schweizerischen Ärztegesellschaft für Psychotherapie gehaltenen Referate vereinigt.
René Henny beleuchtet die therapeutische Beziehung aus der Sicht der Freudschen Psychoanalyse. Die therapeutische Gesprächshaltung wird in Kategorien charakterisiert, die vor allem durch aktuelle Strömungen der französischen Psychoanalyse geprägt sind und die für die Weiterentwicklung des Konzepts der »Übertragung« und der »Gegenübertragung« neue, inspirierende Gesichtspunkte aufzeigen. Adolf Guggenbühl beschäftigt sich in seinem Beitrag mit der therapeutischen Beziehung unter dem Aspekt der Analytischen Psychologie C. G. Jungs. Guggenbühl diskutiert die Rolle der »Archetypen« im menschlichen Beziehungserleben und setzt sich mit den Grenzen einer »objektivierenden Betrachtung« in der Psychologie der zwischenmenschlichen Beziehungen auseinander: »Wer unser Gegenüber w