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Wer sich mit der Problematik psychosozialer Dienstleistungen beschäftigt, horcht bei diesem Titel auf — trotz der sicher absatzfördernd gemeinten Aufmachung. Und das zu Recht, denn das Buch von Wolfgang Schmidbauer enthält so wichtige Analysen zu diesem Thema, daß es trotz mancher Schwächen Pflichtlektüre für Praktiker und Theoretiker werden sollte.
Gegenstand ist der sozial- und individualpsychologische Hintergrund sozialer Hilfeleistungen professioneller und privater Art. In der gruppendynamischen Arbeit mit Angehörigen sozialer Berufe kristallisierte sich für Schmidbauer ein spezifisches Konfliktprofil heraus, das er auf den Nenner »Helfer-Syndrom« bringt. Es zeigt sich z. B. in Untersuchungen, die sich mit dem Selbstverständnis von Ärzten — der Arzt ist quasi der Prototyp eines helfenden Berufs — beschäftigen: Ärzte leiden signifikant häufiger an spezifischen psychischen Problemen und sind zugleich besonders geneigt, diese zu verleugnen, zu bagatellisieren etc. Dem liegt folgende Problemkonstellation zugrunde: »Die Grundproblematik des Menschen mit dem Helfer-Syndrom ist die an einem hohen, starren Ich-Ideal orientierte soziale Fassade, deren Funktionieren von