You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
These der zuerst 1975 in New York veröffentlichten Untersuchung von S. Brownmiller ist, daß Vergewaltigung »nicht mehr und nicht weniger als eine Methode bewußter systematischer Einschüchterung (ist), durch die alle Männer alle Frauen in permanenter Angst halten« (S. 22), daß den Vergewaltigern — stellvertretend für alle Männer — die »einer historischen Mission« gleichkommende Aufgabe der »Perpetuierung männlicher Gewaltherrschaft über die Frauen« zukommt (S. 172), indem durch die Verletzung und Mißachtung der körperlichen und psychischen Integrität einiger Frauen alle Frauen eingeschüchtert, sexuell gedemütigt und demoralisiert werden. Die Autorin sucht ihre Thesen durch die Analysen von Vergewaltigungen in Kriegen, Aufständen und Revolutionen, der Behandlung vergewaltigter Frauen vor Gericht, durch die Polizei und andere gesellschaftliche Institutionen und durch die Analyse von Vergewaltigungsdarstellungen im Film, in der Literatur und in Presseberichten zu belegen.
In Kriegen würden bisweilen sogar absichtlich, wenn auch niemals offen eingestanden, Vergewaltigungen als Mittel psychologischer Kriegsführung eingesetzt, zumindest fast immer — trotz ihrer Ächtung als kriminelles Delikt im internationalen Kriegsrecht — als »Nebenprodukt« mehr oder weniger billigend in Kauf genommen. Der Krieg liefert den Männern einen »perfekten psychologischen Freibrief« (S. 39) zur Gewaltanwendung und zur Äußerung des Männlichkeitswahns, insbesondere gegenüber den Frauen. Belegt wird das durch Beispiele aus zahlreichen Kriegen, insbesondere den beiden Weltkriegen und neuerdings den Kriegen in Bangladesch und Vietnam, bei denen das sonst übliche gleichzeitige oder nachträgliche Verharmlosen, Verschweigen und Verleugnen auf Grund der Untersuchungen und Feststellungen internationaler Kommissionen und von Frauenorganisationen nicht möglich war. »Der Körper der geschändeten Frau wird« entsprechend der männlichen Vorstellung von Frauen als Besitz des Mannes und Siegers »zum zeremoniellen S