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Niemand weiß genau, wieviel Bundesbürger derzeit drogenabhängig sind —der Autor schätzt allein die Zahl der behandlungsbedürftigen jugendlichen Drogenkonsumenten auf 182 000 bis 365 000 (das sind 10 bis 20% derjenigen, die angeblich schon einmal Kontakt mit Drogen hatten), wobei die benützten Rauschmittel eine bunte Palette von Marihuana über Schnüffelstoffe bis hin zum Heroin bilden. Wie unglaublich rasch sich diese Drogenszene ändert, zeigt das Beispiel des Kokains: Es gilt derzeit als die aktuellste Droge, während es noch im Text dieses, ansonsten durchaus auf dem möglichen Stand der Aktualität befindlichen, Buches heißt: “Kokain wird … sehr selten gehandelt” (S. 19). Aber es kommt hier wohl nicht so sehr auf Aktualität an, sondern auf Zuverlässigkeit der Darstellung. An ihr ist nichts auszusetzen. Das Büchlein erfüllt seinen Zweck, allen, die in der Drogenarbeit tätig oder sonst mit Drogenproblemen beruflich konfrontiert sind, einen brauchbaren Überblick über die Materie zu vermitteln. Der Autor verfügt offenkundig über eigene Erfahrungen in der praktischen Arbeit mit Drogenabhängigen und entwickelt von hier aus ein überzeugendes Modell einer therapeutischen Kette. Die psychoanalytische Suchttheorie wird auf einer einzigen Seite abgehandelt. Der Knappheit des Buches ist das durchaus angemessen, aber es spiegelt sich hierin in gewissem Sinne auch die Erfahrung, daß abgesehen von theoretischem Verständnis bei der Psychoanalyse für die Behandlung der heutigen Drogenabhängigen kaum mehr etwas zu holen ist. Die klassische Zweiersituation ist in solchen Fällen ohnehin in der Praxis fast nie anwendbar gewesen (wohingegen bestimmte Weiterentwicklungen aus der Psychoanalyse, insbesondere die “Themenzentrierte Interaktion” in Kleingruppen, nach Ruth Cohn, sich, nordamerikanischen Versuchen zufolge, ganz gut bewährt haben sollen). Wenngleich es an keiner Stelle pointiert ausgesprochen wird, läßt sich die therapeutische Resignation doch überall in diesem Buch feststellen. D