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»Mached us em Staat Gurkesalat«, »Lieber blutt (= nackt) als kaputt«, »Ohne Polizei kein Krawall«, oder, wenn eine verbotene Demonstration an Polizisten vorbeizieht, die auf ihren Einsatz warten: »Gebt der Polizei Samstag Sonntag frei«. Das sind Parolen der »Zürcher Unruhe« im Frühsommer 1980.
Diese Protestbewegung ging auf die Straße, als die traditionellen Theaterfestspiele am 30. Mai mit einer Galavorstellung im Opernhaus eröffnet wurden. Eine Woche später sollte eine Volksabstimmung darüber entscheiden, ob die Stadt einen Kredit von mehr als 60 Millionen Schweizer Franken für die Renovation des Opernhauses bewilligen dürfe. Vor der Vorstellung versammelten sich etwa 200 Jugendliche in ausgelassener Stimmung, versehen mit Spruchbändern, vor dem Eingang der Kunststätte, hinderten die Besucher hineinzugehen und wollten mit ihnen, angeblich etwa eine halbe Stunde lang, darüber diskutieren, warum die Stadt ein seit zehn Jahren versprochenes »autonomes Jugendhaus« als Treffpunkt und Kulturzentrum noch immer nicht bereitgestellt habe. Geeignete Gebäude (die »Rote Fabrik«, die »Fabrik Limmatstraße 18/20«) stehen leer, und es sind ungleich bescheidenere Geldmittel nötig, um sie instand zu setzen. Ein Kontingent Polizisten, mit Helmen und Schilden bewehrt, war im Innern des Opernhauses verborgen. Die Polizisten stürmten heraus, kämpften den Eingang frei und trieben die Jugendlichen, die bald zu fliehen anfingen, gegen die innere Stadt. Pflastersteine flogen in die Scheiben der Oper und in die Schaufenster etlicher Geschäfte und Gaststätten. Die Polizei rückte mit Verstärkung an, schnitt Fluchtwege ab, setzte Tränengas und Hartgummigeschosse ein. Es tobte ein regelrechter Kampf. Es gab mehrere Leichtverletzte auf beiden Seiten. Später in der Nacht wurden Läden mit HiFi-Geräten, Pelz- und Modegeschäfte, ein Spirituosenladen geplündert, wurden Waren vielleicht auch gestohlen, jedenfalls aber öffentlich vernichtet: Schnapsflaschen wurden zerschlagen, Pelze und Kleider zerschni