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Unter dem etwas für sich gebliebenen Titel »Die Verarmung der Psyche« ist eine Festschrift zum 65. Geburtstag des Salzburger Psychoanalytikers Igor A. Caruso erschienen. Ein bekanntes Buch Carusos heißt »Soziale Aspekte der Psychoanalyse«, und diesem Generalthema widmen sich die meisten der zehn Beiträge des Bandes: Marx, Freud und die Sozialpsychologie (Helmut Dahmer), Die gesellschaftliche Funktion der Psychoanalyse (Klaus Horn), Psychotherapie, Ideologie und Psychoboom (Axel Krefting), Sozialisation (Alfred Lorenzer), Psychosoziale Kompromißbildung (Anneliese Heigl-Evers und Franz Heigl), Gruppenanalyse in der Arbeiterklasse (Marie Langer u. a.), Indirekte Neurotisierung (Hans Strotzka). Insbesondere der letztgenannte Beitrag von Hans Strotzka, der einen kleinen Ausblick in die noch weitgehend ungeklärten empirischen Fragen des Verhältnisses von Psychogenese und Soziogenese eröffnet, demonstriert die Schwierigkeit, über soziale Aspekte der Psychoanalyse heute sinnvolle Aussagen zu machen. Als Beispiel dafür ein Befund aus Strotzkas Beitrag: »Die besonders hoch entwickelte Sozialpsychiatrie Jugoslawiens hat in einer groß angelegten vergleichenden Untersuchung kürzlich folgendes sehr aufregendes Resultat gezeigt (Symposion in Opatija 1975): Wenn man die einzelnen Republiken des Landes epidemologisch untersucht, zeigt sich ein deutliches Gefälle psychiatrischer Morbidität von Norden nach Süden. Von Slowenien, dem Land mit der höchsten Industrialisierung, dem höchsten Einkommen und den meisten Kleinfamilien bis nach Kosowo im Süden mit agrarischer Struktur, Großfamilien und tiefer Armut, nehmen die Suizide und die psychiatrische Morbidität sehr eindrucksvoll ab. Die umgekehrte Entwicklung zeigen Aggressionsdelikte.« Dem Band ist eine vom Herausgeber zusammengestellte Caruso-Bibliographie 1943-1978 beigegeben.