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Peter Fürstenau hat in einem Band der Reihe »Konzepte der Humanwissenschaften« Aufsätze aus den Jahren 1964 bis 1977 zusammengestellt, die, ausgehend von einer Revision praxeologischer, also behandlungstheoretischer Gesichtspunkte,
eine Erweiterung des klassischen Praxisfeldes der Psychoanalyse anstreben: »Ist der Blick auf die verschiedenen Formen der Wahrnehmungsverarbeitung, Intervention und Rahmensetzung in der klinischen Psychoanalyse erst einmal frei, dann wird schnell deutlich, daß es auch eine Reihe von konkreten praktischen Anwendungen von Psychoanalyse außerhalb des Feldes der psychoanalytischen Theorie gibt. Tragfähigkeit und Steuerungspotenz eines hinreichend weiten und differenzierten Ansatzes bewähren sich bei der Einbeziehung dieser nichtklinischen, aber ebenfalls veränderungsorientierten psychoanalytischen Aktivitäten, wie Arbeitsgruppen- oder Projektberatung, Institutionsberatung oder Fortbildung von Personal in sozialen Institutionen« (S. 10). Ob Fürstenaus Versuch einer Erweiterung der psychoanalytischen Praxeologie fruchtbar ist, muß die Praxis zeigen. Hingewiesen sei hier jedoch noch einmal auf Hermann Argelanders Diskussionsbeitrag zu Fürstenaus Versuch einer Erweiterung der psychoanalytischen Praxeologie (Psyche, 31, , S. 208-215), in dem einige grundsätzliche Bedenken angemeldet werden.
Der psychoanalytisch-sozialwissenschaftlich interessierte Leser findet in Fürstenaus Aufsatzband die wichtigsten und bisher sehr verstreuten Arbeiten gesammelt, die sich mit psychisch-sozialen Problemfeldern befassen: Probleme der vergleichenden Therapieforschung, Über die politische Relevanz psychoanalytischer Praxis, Ichpsychologie und Anpassungsproblem, Zur Psychoanalyse der Schule als Institution. Der Wermutstropfen der 70er Jahre fehlt freilich nicht: »Ernüchterung gegenüber Philosophie, Wissenschaft und wissenschaftlich gesteuerter bzw. beeinflußter Praxis, handle es sich nun um Therapie, Erziehung oder Politik« (S. 7).