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Erich Fromm sortiert die Psychoanalyse nach dem umgekehrten Aschenputtel-Prinzip — die guten ins Kröpfchen, die schlechten ins (Freud-)Töpfchen. Lesen wir ein bißchen mit. Ausgelesen wird sogleich der dominierende Begriff der Sexualität, den dann C. G. Jung rechtzeitig in Frage stellte. Fromm: »Darin liegt meiner Meinung nach eine wirklich wertvolle Ergänzung des Freudschen Denkens« (S. 18). — Auch war Freuds Denken klassenbedingt. War Freud ein Repräsentant des bürgerlichen Wien oder des mährisch-jüdischen Kleinhandels? Das wüßte man doch gerne. — Freud wußte nichts über die Frauen. Nun ja, ein wunder Punkt. Fromm: »Hätte Freud viele Patientinnen aus der obersten Schicht der französischen und englischen Aristokratie gehabt, so hätte er vielleicht sein strenges Bild von der frigiden Frau geändert« (S. 20). Der Leser errät: Fromm hat gehabt. — Zum Thema Ödipus: »Die Annahme, Männer seien an ihre Mütter gebunden wegen einer sexuellen Bindung, deren Ursprung 20 oder 30 oder 50 Jahre zurückliegt, ist schlechtweg absurd, wenn man bedenkt, daß viele sich nicht einmal mehr nach drei Jahren einer sexuell befriedigenden Ehe an ihre Frau gebunden fühlen« (S. 47). Hm. — Zum Thema Couch: »Einige meiner Lehrer am Berliner Institut hielten zuweilen ein kurzes Schläfchen während der Analysestunde und gaben auch offen zu, daß sie eingenickt