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Nicht narzißtische Elemente im Werk nachzuweisen, sondern das Werk als Element des Narzißmus, als »Gegenzauber« gegen die Gefühle der inneren Leere und Entfremdung einsichtig zu machen, ist Ziel der Autorin. Ausgehend von den neueren Narzißmustheorien, namentlich denen von Heinz Kohut, beschreibt sie Rilkes Werke als Versuche, dem narzißtischen Gefängnis zu entkommen: Selbstheilung durch Gestaltung von Selbstbildern. Von besonderer Bedeutung ist dabei das Spiegelmotiv, das dem alten Narcissus-Mythos entstammt und das bei Rilke eine eigene Abwandlung erfährt. Sein Narziß ist getrieben von der »Habgier nach sich selbst«, er kennt sich nicht und liebt sich nicht.
Das Buch unterscheidet sich u. a. durch den eng geführten methodischen Ansatz von anderen psychoanalytisch orientierten Studien über Rilke (Simenauer, Dettmering) sowie von der (nicht psychologischen) Dissertation von