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»Dieses Buch läßt den Wahnsinn eine Wahrheit sagen.«
Dieses Buch erschien 1976 in französischer Sprache unter dem Titel »Un lieu pour vivre. Les enfants de Bonneuil, leurs parents et l'équipe des »soignants«« und wurde nun von Grete Osterwald in die deutsche Sprache übersetzt.
Mannoni und ihre Mitarbeiter führen darin den Leser in Bonneuil umher, jenem Ort für »systemgestörte« Kinder und Erwachsene in der Nähe von Paris. Sie lassen ihn an Diskussionen mit Eltern und Kindern teilnehmen, konfrontieren ihn mit der Anti-Pädagogik und den Angriffen, denen sie ausgesetzt ist, begleiten einzelne Kinder ein Stück weit auf ihrem außergewöhnlichen Weg zu ihrer Wahrheit, die sie in und um Bonneuil zu finden hoffen.
Bonneuil versteht sich als Experimentalschule (centre d'études et de recherches pédagogiques et psychanalytiques) und wurde 1969 als gemeinnützige Gesellschaft von Maud Mannoni, Robert Lefort und einem Erzieherehepaar gegründet. 1975 wurde Bonneuil von den zuständigen Behörden als Tagesklinik mit therapeutischen Nachteinrichtungen anerkannt. Als experimenteller Ort, der es ablehnt, mit den Kindern zu experimentieren, genießt Bonneuil Sonderstatus, der eine auf dem Prinzip der gesprengten Institution beruhende Funktionsweise gewährleistet. Damit soll den Kindern und Erwachsenen ermöglicht werden, ihren eigenen Lebensstil zu suchen, sei es in oder außerhalb von Bonneuil, z. B. bei Bauern oder Handwerkern. Diesem Konzept liegt eine Kritik an Institutionen zugrunde, wie sie z. B. Basaglia für die Psychiatrie formulierte. R. Lefort schreibt dazu: »Eine Institution ist wie eine Art Person, die sich von den Leuten nährt, die ihr anvertraut sind. Die Institution bezieht praktisch eine Allmachtsstellung; sie benimmt sich wie die Mutter eines Psychotikers; zu keiner Zeit kann das Subjekt sich von ihr lösen, ohne sein eigenes Zersprengen zu riskieren. Eine Institution, die anders sein will, muß in einer Art Gleichgewichtseffekt die Sprengung auf sich selbst nehmen und dem Subjekt