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Daß sich die Medizin patientenbezogen orientiert und die Balint-Methode in der Ärzte-Fortbildung einen wichtigen Platz einnimmt, wird jeder begrüßen, der sich über die Entwicklung des Medizinstudiums mit seiner einseitigen Vermittlung theoretischen Wissens Sorgen macht. Schon allein deswegen ist diese neue Reihe zu begrüßen, deren erster Band ein hoffnungsvoller Auftakt für die folgenden Bände ist. Es geht darin um das Erlernen von bestimmten Fertigkeiten und Einstellungen im Umgang mit Patienten, wie es sich bisher in der Fortbildung helfender Berufe vielfach bewährt hat. Dieses Lernen durch Erfahrung wird neuerdings zunehmend auch in der Ausbildung von Ärzten und Psychologen angewandt.
Der Band umreißt Konzepte, Ziele und Methode einer patientenbezogenen Medizin, stellt sie theoretisch überzeugend dar und illustriert sie anhand praktischer Fallbeispiele. Die Beziehung zwischen Arzt und Patient steht im Mittelpunkt. Dabei ist es erfreulich festzustellen, daß die Balint-Gruppen-Methode in immer mehr Universitäten Eingang gefunden hat, so in Heidelberg, Köln, Genf und Graz. Interessant ist, daß in einem Erfahrungsbericht von F. Kröger (Heidelberg) ein ähnlicher Drei-Phasen-Verlauf festgestellt wurde, wie wir ihn beschrieben haben (P. Kutter, A. Laimböck und J. K. Roth, Balint-Gruppenarbeit mit Studentenberatern, Gruppenpsychother. Gruppendynamik 14; 248-264, 1979) mit einer ersten Phase, in der die Gruppe ihre eigenen Probleme behandelt, einer zweiten, in der es sogar um persönliche Probleme geht, um erst danach in einer dritten Phase zur eigentlichen fall-zentrierten Arbeit zu kommen (S. 34). Die durchweg lebendigen Fallschilderungen werden durch Beiträge, in denen grundsätzliche Probleme der Medizinerausbildung diskutiert werden, wie sie sich insbesondere in den Bereichen Psychotherapie und Psychosomatik stellen, und durch solche über Anamneseerhebung und Gesprächsführung beweiskräfig abgerundet.