You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Gefördert durch die Medien, beginnt sich das öffentliche Bewußtsein dahin gehend zu wandeln, daß Kranke und Behinderte nicht mehr von der Gesellschaft ausgestoßen sein wollen, sondern mit uns leben möchten. Diese Einsicht scheint sich auch innerhalb der psychoanalytischen Gesellschaften durchzusetzen:
Auf dem 31. Internationalen Psychoanalytischen Kongreß in New York 1979 war ein ganzes Panel der psychoanalytischen Behandlung von Patienten mit körperlicher Krankheit oder Behinderungen gewidmet. Seit 1952 erscheinen, vorwiegend in »The Study of the Child«, immer wieder Arbeiten, die sich um die psychischen Reaktionen kranker Kinder drehen. Darunter befinden sich, wie im angelsächsischen Schrifttum üblich, ausgezeichnete Fallberichte und nicht weniger interessante theoretische Abhandlungen. Ausgehend von Anna Freuds klassischer Arbeit über »Die Rolle der körperlichen Erkrankung im seelischen Leben des Kindes« werden die subjektiven Erfahrungen von Kindern, die in Krankenhäusern wegen körperlichen Krankheiten behandelt oder operiert wurden, psychoanalytisch herausgearbeitet: Wie erleben Kinder eine Mandeloperation, eine Beinamputation, eine Epilepsie oder eine bösartige Geschwulsterkrankung? Die Autoren dieser Anthologie gehen mit viel Geduld und großem Einfühlungsvermögen diesen Fragen nach und gewinnen dabei überraschende Einblicke in die sonst oft vernachlässigten Phantasien dieser von der Grenzsituation Krankheit gezeichneten Kinder, die durch keine andere Methode erfahrbar wären. Das Ergebnis ist ein dreifaches:
Die Beiträge liefern interessante Einsichten in die Wechselbeziehungen zwischen psychischen Reaktionen auf körperliche Krankheit und die Auswirkungen dieser Reaktionen auf den Verlauf der Erkrankung;
wir gewinnen mehr Verständnis für die auch bei nicht-kranken und nichtbehinderten Kinder vorkommenden Affekte und Phantasien in der Konfrontation mit solchen Kindern; und schließlich
wir können auch die diesbezüglichen Emotionen und Vorstellungen unserer erwac