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Hat eine verstehende Pädagogik schon in der Theorie, d. h. in der pädagogischen Ausbildung an Hoch- und Fachhochschulen, kaum die Bedeutung, die ihr angesichts des heutigen »… pädagogischen Elends einer Gesellschaft, in der die Ursachen der unzulänglichen basalen Erziehung (in der Familie, aber auch außerhalb) nicht als gesellschaftlich begründete diskutiert werden sollen …« (S. 125), zukommen müßte, so hat sie vor allem in der institutionellen Erziehung, abgesehen von ganz wenigen Ausnahmen, überhaupt keinen Platz. Das mag viele Gründe haben, die nicht zuletzt auch in den Persönlichkeiten der Erzieher selbst liegen. Sicher aber wird Verstehen und Einfühlung als Hauptverfahren einer solchen Pädagogik institutionell wie von der herrschenden akademischen Pädagogik als unwissenschaftlich empfunden und mit dem Argument abgewehrt, Verstehenspädagogik sei ineffektiv. Hans Füchtner charakterisiert das Feld, auf das er seine Einführung bezieht, so: »Womit Pädagogen in der Gegenwart fast ausschließlich konfrontiert werden, wenn sie sich mit den psychologischen Aspekten ihres Berufes auseinandersetzen, ist wahrhaftig nicht fortschrittlich. Die Pädagogische Psychologie, die das Feld beherrscht, ist ein Zweig der traditionellen klassischen Psychologie und ebenso unkritisch wie diese … An die Stelle psychoanalytischen Verstehens unbewußter Vorgänge, von Übertragung und Gegenübertragung, in denen die Beteiligten mit ihrem individuellen lebensgeschichtlichen Hintergrund berücksichtigt werden, tritt die Zerstückelung in Vorgänge und Qualitäten, die den Erfordernissen »exakter Wissenschaftlichkeit« angemessen sind. An die Stelle eines kritisch-hermeneutischen Begreifens dessen, was konkrete Individuen in bestimmten Interaktionen bewußt und unbewußt tun, tritt die Beschäftigung mit abstrakten Funktionen, Motivationen, Intelligenz, Kreativität usw., denn das Interesse der pädagogischen Psychologen gilt nicht den Entwicklungs- und Lebensnotwendigkeiten des Kindes oder aller am Lehr-Ler