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Battegays Gedanken zu den vielen Aspekten des Aggressionsbegriffes sind für ein sehr breites Publikum geschrieben. Das Buch besteht praktisch aus einer Reihe von kurzen Essays mit Übertiteln wie »Aggression und Macht«, »Gestörte Selbstidentität und Aggression«, »Aggressionstabu«, »Aggression und psychosomatische Krankheit«, »Uber-Ich und Aggression« usw. insgesamt 17 Kapitel.
In jedem Kapitel wird das anvisierte Thema zwar um ein theoretisches Konzept herum entwickelt; vor allem aber versucht der Autor, diese seine Vorstellungen anhand von konkreten Fallbeschreibungen und mittels Hinweisen auf zeitlose und aktuelle soziale und politische Problemstellungen kommunikabel zu machen. Die leichte Lesbarkeit des Buches ist damit trotz der Fülle der angeschnittenen Fragestellungen immer gewährleistet. Die einzelnen Kapitel zeigen keinen nennenswerten Unterschied in der inhaltlichen Qualität und hinsichtlich des »zupackenden Interesses« von seiten des Autors.
Die sehr programmatische Fragestellung des Titels wird zwar vom Anfang bis zum Ende des Buches durchgehalten, aber theoretisch meiner Ansicht nach nicht ausreichend entwickelt. Es wird der Zusammenhang zwischen den »aggressiven« Momenten im Individuum und seinem »zupackenden Interesse« an mitmenschlicher Begegnung sowie seinem Wissens-Durst und Taten-Hunger auf Kosten einer Diskussion des Begriffes Aggression überbetont. Aufbauend auf einer der heute verfügbaren subjekt-logischen Kommunikationstheorien, die den Aspekt subjektiver Mächtigkeit als ein Thema in der Dialektik mitmenschlicher Begegnung betonen, ließe sich der Aggressionsbegriff vielleicht leichter auf Selbstreparatuakte verschiedener Weisen der »Ohne-Mächtigkeit« einengen. Dies muß vor allem deshalb betont werden, weil man Battegays Bemühen durchaus in diese Richtung deuten kann.