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Mit der vorliegenden, statistisch umfangreich dokumentierten Studie fassen die Mitarbeiter des Hamburger Instituts für Sexualforschung ihr großangelegtes Forschungsprojekt der »Paartherapie bei sexuellen Funktionsstörungen« zusammen. »Aufgabe dieses Forschungsvorhabens war die Ausarbeitung und Überprüfung einer ökonomischen, allen sozialen Schichten zugänglichen, ambulant durchführbaren Therapie sexueller Störungen« (S. V). Im Vorwort klingt an, daß die Autorengruppe die flächendeckende Behebung funktioneller sexueller Störungen als eine sozialstaatlich wünschenswerte und auch prinzipiell erreichbare Zielsetzung betrachtet. Sie führt die in der Tat weitverbreitete »Chronifizierung« sexueller Störungen auf einen »Mißstand« (S. V) in der ärztlichen und psychologischen Versorgung der Bevölkerung zurück, die bei besserer Versorgung vermieden werden könne — eine krankheitstheoretisch sehr anfechtbare Meinung, die auch in psychoanalytischen Kreisen immer weiter um sich greift und in der sich die sozialstaatliche Illusion von der möglichen »richtigen Versorgung« der Bevölkerung ausdrückt.
Behandelt wurden im Laufe von ungefähr 7 Jahren 239 Paare, davon 202 in Einzeltherapie, der Rest in Paargruppen, und zwar mit einer leicht modifizierten Verhaltenstherapie nach Masters und Johnson — vornehmlich durch männlich/weibliche Therapeutenpaare, zum Teil aber auch durch einzelne Therapeuten. »Das eigentlich therapeutische Agens der Paarbehandlung nach Masters und Johnson besteht in einer Reihe aufeinanderfolgender Verhaltensanweisungen für sogenannte »Übungen«, die das Paar zwischen den Sitzungen durchführt. Die Erfahrungen mit diesen Übungen werden in der jeweils nächsten Therapiesitzung besprochen und ausgewertet« (S. 49). Die Autoren wollen ihre Therapie aber nicht als Verhaltenstherapie oder gar als »Sexualtherapie« (S. 47) verstanden wissen, denn sie »berücksichtigen in stärkerem Maße auch psychodynamische und partnerdynamische Konflikte« (S. V.). So wollen sie auch »die Bedeu