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Während seiner Tätigkeit als Psychiater und Psychoanalytiker in Psychiatrischen Kliniken sammelte der Herausgeber Erfahrungen mit Stationsversammlungen von 40 und mehr Mitgliedern sowie mit Zusammenkünften mehrerer Stationen mit bis zu 120 Patienten und Mitgliedern des Personals. Aus psychoanalytischer Sicht versucht er zu zeigen, unter welchen psychodynamischen
Prozessen solche Großgruppenversammlungen stehen. Über psychodynamische Prozesse in Großgruppen wissen wir sehr viel weniger als über Kleingruppenprozesse, die bereits genauer erforscht sind. Schon deshalb scheint mir der Versuch von Kreeger, die verschiedenen Ansätze zu einer Theorie der Großgruppe zusammenfassend darzustellen, besonders lohnend.
Die Großgruppe gewinnt nicht nur im sozialtherapeutischen Bereich, sondern überall dort an Bedeutung, wo Menschen in größeren Institutionen leben und arbeiten. Diese Institutionen werden uns fremd, weil sie zu groß und unüberschaubar geworden sind. Anonymität und Formalisierung sind die Folge. Persönliche Stellungnahmen und Äußerungen gehen hinter Amt oder Rolle verloren. Diese Situation wird vielfach beklagt. Das Verdienst Kreegers und seiner Kollegen, darunter namhafte englische Analytiker wie S. H. Foulkes und I. Turquet, liegt darin, der Größe der Institution nicht auszuweichen, sondern ihr durch das Setting der Großgruppenversammlung gerecht zu werden. Ob die Großgruppe eine psychotherapeutische, eine soziotherapeutische oder eine sozialkommunikative Funktion übernimmt, hängt von der Institution wie vom jeweiligen Interesse der Beteiligten ab. Historischer Ausgangspunkt in der Analyse von Großgruppenprozessen sind S. Freuds »Massenpsychologie und Ich-Analyse« sowie die Arbeiten von M. Klein. Der vorliegende Band enthält zur einen Hälfte psychoanalytisch orientierte Arbeiten, zur andern psychiatrische, soziologische und anthropologische Untersuchungen.
Foulkes unterscheidet in seinem Beitrag »Probleme der großen Gruppe vom gruppenanalytischen Standpunkt« jeweil