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Es wäre ein Irrtum zu glauben, daß es sehr leicht ist, die Hypnose zu therapeutischen Zwecken auszuüben. Die Technik des Hypnotisierens ist vielmehr eine ebenso schwierige ärztliche Leistung wie nur irgendeine andere. Der Arzt, der hypnotisieren will, sollte es von einem Meister in dieser Kunst gelernt haben und wird auch dann viel eigener Übung bedürfen, um anders als in ganz vereinzelten Fällen Erfolge zu erzielen. Als erfahrener Hypnotiseur wird er dann mit jenem Ernst und jener Entschiedenheit an die Sache gehen, die aus dem Bewußtsein entspringen, etwas Nützliches, ja, unter Umständen Notwendiges, zu unternehmen. Die Erinnerung an so viele durch Hypnose erzielte Heilungen wird seinem Benehmen gegen den Kranken eine Sicherheit verleihen, welche nicht verfehlen wird, auch bei letzterem die Erwartung eines abermaligen Heilerfolges hervorzurufen. Wer halb ungläubig ans Hypnotisieren geht, sich dabei etwa selbst komisch vorkommt, durch Miene, Stimme und Gebärden verrät, daß er von dem Versuche nichts erwarte, wird keinen Grund haben, sich über seine Mißerfolge zu wundern, und sollte diese Behandlungsmethode lieber anderen Ärzten überlassen, die sie ausüben können, ohne sich in ihrer ärztlichen Würde geschädigt zu fühlen, weil sie sich durch Erfahrung und Lektüre von der Realität und von der Bedeutsamkeit der hypnotischen Beeinflussung überzeugt haben.
Man mache es sich zur Regel, keinem Kranken die hypnotische Behandlung aufdrängen zu wollen. Es ist unter dem Publikum ein selbst von hervorragenden, aber in dieser Sache unkundigen Ärzten unterstütztes Vorurteil verbreitet, daß die Hypnose ein gefährlicher Eingriff sei.