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Anders als bei neurotischen Patienten, die über genügend entwickelte kognitive und sonstige Ich-Funktionen verfügen, um ein stabiles Arbeitsbündnis zwischen Therapeut und Patient zu gewährleisten, ist die therapeutisch-analytische Ausgangsbasis im Falle von Patienten mit Borderline-Störungen von vornherein problematischer. Was eine erfolgversprechende Behandlung solcher Patienten angeht, die zu intellektualisierender oder mythologisierender Abwehr neigen, so plädiert Kernberg für behandlungstechnische Neutralität und rasche Deutung von Übertragungen, um den Patienten vor destruktivem Agieren zu bewahren. Aufgrund der chaotischen innerpsychischen Erfahrungen von Borderline-Patienten hat der Analytiker vor allem die Aufgabe, die Ich-Funktionen des Patienten zu stärken und zu stabilisieren — nicht freilich dadurch, daß man »hier und jetzt« Bedürfnisse befriedigt, die »dort und damals« frustriert wurden, sondern dadurch, daß der Patient dahin gebracht wird, gegenüber frühen Frustrationen eine realistische Haltung einzunehmen.