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Françoise Dolto ist Mitglied der »Ecole Freudienne« und vor allem in Frankreich als Kinderanalytikerin sehr bekannt. Sie schildert in ihrem Buch »Le cas Dominique« die Analyse eines 14jährigen, psychotischen Jungen. Sie läßt die Leser an 12 Sitzungen mit Dominique, die sie genau protokolliert hat, und an Gesprächen mit seinen Eltern und seinem Bruder teilnehmen. Dieser Darstellung läßt sie theoretische Überlegungen folgen, die zuerst das Besondere des Falles betreffen, dann aber allgemeiner werden und sich wie konzentrische Kreise um den Kern, die Darstellung des Therapieverlaufs, gruppieren.
Die Lektüre ist ungemein fesselnd und bewegend. Man spürt Doltos Kreativität in ihren Interventionen, ihr Geschick im schnellen Erfassen von Zusammenhängen aus dem schwer entwirrbaren Material, das ihr Dominique präsentiert. Von der ersten Sekunde an fühlt sich das kranke Kind von ihr angesprochen. Ihr erstes Gespräch beginnt so: »Ich stelle mich vor und frage ihn, ob er mir etwas zu sagen habe, um mir zu erklären, wie er sich fühlt. Er sagt, mit seinem ängstlichen, starren Lächeln: »Nämlich, ich bin nicht wie die andern, manchmal beim Aufwachen denke ich, daß mir eine wahre Geschichte passiert ist.« (…) Ich sage: »Wer hat dich unwahr gemacht?« Er: »Ja, genau, das ist's! Aber woher wissen Sie das?« Ich: »Ich weiß es nicht, ich denke es mir, wenn ich dich sehe.« Er: »Ich dachte, ich bin wieder in dem Saal, als ich klein war, da fürchtete ich mich vor den Einbrechern, die können das Geld nehmen und das Silber nehmen, was meinen Sie, was die alles mitnehmen können.« Er schweigt. Ich denke: »La salle (der Saal), könnte das vielleicht »la sale« (die Schmutzige) sein, und sage: »Oder vielleicht deine kleine Schwester?« Er: »Oh! Also Sie, wieso wissen Sie alles?««
Zu Beginn der Therapie zeigte Dominique ein stereotypes Verhalten; er war in einer pädagogischen Sonderschule, wo niemand etwas mit ihm anzufangen wußte, völlig desorientiert in Raum und Zeit, nicht einmal in der Lage, für die