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Das unter dem Titel »The Battered Child« bereits 1968 in Chicago erschienene Buch gehört zur Standardliteratur über Kindesmißhandlungen. Die Übersetzung ist sehr gelungen. In der Einleitung weist Gisela Zenz darauf hin, daß es in der BRD an praxisanleitender Forschung und konkreter Kinderschutzarbeit mangelt. Mehr noch. Das in diesem Buch dargelegte wissenschaftstheoretische und therapeutische Konzept wurde in Deutschland bisher nicht
verstanden. Neben interdisziplinär angelegten Aufsätzen über historische, medizinische und rechtliche Fragen enthält der Band als Kernstück den Beitrag von Steale und Pollock »Eine psychiatrische Untersuchung von Eltern, die Säuglinge und Kleinkinder mißhandelt haben«. Beide Autoren sind Psychiater an der University of Colorado / School of Medicine und haben im Rahmen eines fünfeinhalb Jahre dauernden Forschungsprojekts 60 Familien mit schweren Kindesmißhandlungen untersucht und behandelt. Hinter dem eher bescheidenen Titel verbirgt sich die wohl profundeste psychoanalytische Studie, die bisher über Eltern, die ihre Kinder mißhandeln, geschrieben wurde. Über die wichtigsten neurosenpsychologischen und familiendynamischen Einsichten und die psychotherapeutischen Behandlungserfahrungen hinaus wird man durch den psychiatrisch-psychodynamischen Untersuchungsansatz und das konfliktzentrierte Behandlungskonzept auf deprimierende Weise mit der gespaltenen Situation konfrontiert, wie sie in Deutschland zwischen den verschiedenen Wissenschaftsbereichen besteht. Die geringe Integration und Kooperation von Psychiatrie, Kinder- und Jugendpsychiatrie, Pädiatrie und Psychoanalyse hierzulande hat zu einer hermetischen Abgrenzung von Zuständigkeitsbereichen geführt, die in ihrer Folge eine Ausgrenzung aus der therapeutischen Kompetenz für bestimmte Problemgruppen der Bevölkerung bedeutet. Alle genannten Wissenschaftsbereiche haben sich weder theoretisch, noch therapeutisch, noch präventiv in nennenswertem Umfang mit dem ständig wachsenden Problemfel