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Im Mai 1980 veranstaltete die Bundeswehr in Bremen eine Feier mit öffentlichem Gelöbnis, an der 1200 Rekruten in Anwesenheit des Bundespräsidenten, des Verteidigungsministers und hoher Nato-Offiziere teilnahmen. Aus Protest gegen dieses »überflüssige Säbelrasseln« (Spiegel, , Nr. 20, S. 26), gegen »überholtes Gepränge aus Preußens Glanz und Gloria« (Spiegel, , Nr. 20, S. 27) gingen 10 000 Demonstranten auf die Straße, »in deren Schutz wenige Extremisten ihrer Gewalt freien Lauf ließen« (Spiegel, , Nr. 20.). Es kam zu einer »stundenlangen Straßenschlacht«, bei der 257 Polizisten, drei Soldaten und »zahllose« Demonstranten verletzt wurden (Spiegel, , Nr. 20., S. 25).
Ein halbes Jahr später, im November 1980, feiert die Bundeswehr ihren 25. Geburtstag ebenfalls mit einem öffentlichen Gelöbnis in Bonn, Hannover und München. Doch trotz der umfangreichen Schutzmaßnahmen der Polizei, die die Bürger der Bundeshauptstadt an 40 Kontrollschleusen überprüft (vgl. Spiegel, , Nr. 47, S. 22), stören etwa 1000 Demonstranten das Gelöbnis auf dem Münsterplatz. Der Bundespräsident, der Bundeskanzler und die wichtigsten Minister werden mit einem minutenlangen »Große Scheiße« empfangen. Die Militärmusik wird unentwegt überschrieen durch einen ohrenbetäubenden Lärm, bei dem Rufe wie »Aufhören«, »Nieder mit der Bundeswehr« und »Humba, humba, täterä« abwechseln. So gerät das öffentliche Gelöbnis der Bundeswehr auf dem Bonner Münsterplatz, das als »festliche Zeremonie« gedacht war, zum »Spießrutenlauf« (FAZ, 14. 11. 80, S. 3).
Drei Tage später versammeln sich auf demselben Platz 15 000 Bonner Bürger (vgl. FAZ, 17. 11. 1980, S. 3), um Johannes Paul II. am Abend des ersten Tages seines Deutschlandsbesuches zu sehen, der mit dem Hinweis auf die derzeitige Renovierung der Münster-Basilika die in Bonn lebenden Katholiken als »lebende Bausteine des geistlichen Tempels der Kirche« bezeichnet, die sich »immer wieder in Jesus Christus erneuern« müssen (Predigten 1980, S. 45). Ganz anders als die Ritu