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Nicolas Abraham und Maria Torok, beide gebürtige Ungarn und naturalisierte Franzosen, haben (neben anderen Gemeinschaftsarbeiten, die unter dem Titel L'Écorce et le Noyau erschienen sind) nach fünfjähriger »Analyse« der Wolfsmann-Dokumente seine unbewußte Lexik, sein Verbarium, wie sie es nennen, vorgestellt. Mit ihrem Vorsatz wie ihrem Verfahren ist eine Kette von Problemen verschlungen, deren Schloß dies Kunststück Kryptonymie, diese artifizielle Analyse ist. Als professionelle Psychoanalytiker sind sie primär nicht von den Problemen des Geschichte- und Geschichtenschreibens ausgegangen, zeigen aber unabweisbar die methodologischen Probleme einer Aufarbeitung der Geschichten der Psychoanalyse. Der Pariser Philosoph Jacques Derrida, langjähriger Gesprächspartner Abrahams in rebus aestheticis, erwähnt die Funktion und Bedeutung des Fiktiven in seiner Einleitung: »Die Erzählung erzählt, gewiß, außer der Genese des »Falls«, ihre eigene Geschichte der Erzählung, wobei sie die Rezitierenden in Szene setzt und sämtliche Genres markiert, die von dieser doppelten Artikulation praktiziert werden, sowohl den Roman (Familienroman, Abenteuer eines oder mehrerer Subjekte in einer modernen europäischen Gesellschaft, die von einigen Kriegen oder Revolutionen heimgesucht wird) als auch das Drama (ein »Held«, … eine Handlung in vier Akten und sogar eine »Dramaturgie« des Unbewußten auf dem Diwan von Ruth Mack Brunswick, mehrere theatralische Szenen, eine Erkenntnis und sogar eine Auflösung) … oder das Gedicht … oder den Mythos oder die Übersetzung …«
Auch den beiden Nichtphilosophen geht es darum, den Verbindlichkeitsanspruch der Philosophie in die Region des psychoanalytischen Materials zu transponieren. Wenn das durch logische Reduktion nicht möglich ist, auch durch die Freudsche Metapsychologie nicht (die Symptome auf metapsychologische Prinzipien zurückführt), so muß versucht werden, mit dem (postulierten) Formprinzip einer Poesie die konstitutiven Assoziationen nachzubilden. Da