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In einem stattlichen Sammelband sind die »Ergebnisse einer Hamburger Ringvorlesung« (zweiter Untertitel) von 13 Autoren und ein (gekürzter) Bericht über die Diskussion mit den Hörern erschienen. Der Herausgeber (Helmut Moser) hat in der Präsentation der Beiträge, der Ausstattung, Ausgestaltung und Organisation des Bandes, in seiner Einleitung und schließlich im ersten Artikel (»Ansätze und inhaltliche Struktur einer Politischen Psychologie«, S. 19-52) das Menschenmögliche geleistet, um das Wirre zu ordnen, das Unübersichtliche übersichtlich zu machen (oder soll man sagen, erscheinen zu lassen?). Die »politischen« Lithographien von A. Paul Weber, klug zwischen die Texte eingefügt, machen mit ihrer sarkastischen Prägnanz wett, was im Schwall der Worte zu fehlen scheint und manchmal nur schwer zu entdecken ist1.
Dabei ist die sich ergebende und auch gewollte Heterogenität der Standpunkte und der bearbeiteten Themen nicht die größte Schwierigkeit, die zu überwinden war. Die Autoren können unschwer nach ihrem Wissenschaftsverständnis klassifiziert werden (S. 14): 1. Die Vertreter einer »traditionellen« Psychologie, die sich als wertfrei deklariert und deshalb nur »Anwendungen« auf dem Gebiet der Politik kennt, 2. Vertreter der »Frankfurter Schule«, und 3. »Die auf der Grundlage der Philosophie des Marxismus stehende »Kritische Psychologie« (Holzkamp u. a.).
Ob die letztere, die »Kritische Psychologie«, überhaupt psychologische Kenntnisse und Einsichten vermittelt und nicht »reine« Philosophie bleibt, die sich um Psychologisches nicht zu kümmern braucht, ist eine Frage, die sich dem Rezensenten ernsthaft stellt, wenn er im Beitrag von Karl-Heinz Braun (»Das kritisch-psychologische Konzept der politischen Psychologie«, S. 53-57) über die Entstehung und Bestimmung von Angst (S. 68) oder über die Kategorien orientierendes und begreifendes Erkennen (S. 66) liest. Die Unmöglichkeit, den Sinn dieser Braunschen Begriffe zu vermitteln, ohne auf lange wörtliche Zitate zurückzugreife