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Cramer untersucht in seinem Buch den Erklärungswert der Kritischen Theorie für den Antisemitismus der NS-Zeit. Seine Kritik formuliert er offensichtlich auf der Grundlage von M. Weber, was jedoch nicht expliziert wird. Jedenfalls geht er davon aus, daß es naheliegend sei, die nationalsozialistische Politik »einfach als die Verwirklichung dessen darzustellen, was die Nationalsozialisten jahrelang gefordert hatten« (S. 37). Ihre Vorstellungen erhebt er in den Rang einer politischen Theorie, die ihren Verfechtern zielgerichtetes und planvolles Handeln ermöglicht habe. Es geht ihm ausdrücklich nicht um die Analyse der Bedingungen, die die Massen zu Anhängern dieser »Theorie« werden ließen und den massenhaften Mord möglich machten, sondern lediglich um den Nachweis, daß die Führer ihrer »Theorie« gemäß handelten (S. 98). Daß sie dies übersehen und das Selbstverständnis der faschistischen Führer nicht oder zu wenig zum Gegenstand der Analyse gemacht hätten, hält Cramer für die Schwäche der Autoren der »Frankfurter Schule«; er führt diese Schwäche auf deren marxistische Grundposition zurück. Diese Kritik an den Antisemitismus-Studien dieser Autoren bleibt deren Problemstellung und ihrer Analyse äußerlich.