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Es handelt sich um einen Beamten im vierten Lebensjahrzehnt, dessen Hauptsymptom in periodisch auftretenden Angstzuständen mit Arbeitsunfähigkeit besteht. Die Symptomatik äußerte sich schon in der Kindheit in Form von Ängsten vor Prüfungen und Klassenarbeiten. Als jüngster in der Geschwisterreihe entwickelte er als Kleinkind asthmaartige Anfälle, die ihn zum Sorgenkind der Familie machten. Während der ältere Bruder heftige Kämpfe mit den Eltern ausfocht, zeichnete der Patient sich durch Überanpassung an deren Forderungen aus.
Die Analyse des Patienten ist durch seine Fähigkeit gekennzeichnet, seine Lebensprobleme intellektualisierend flüssig zur Darstellung zu bringen, womit er große Distanz zu mir schafft. Er ist über die »Regeln« der Psychoanalyse gut informiert und geradezu übertrieben bemüht, den vermuteten Anforderungen der Analyse gerecht zu werden, indem er über seine Probleme spricht. Nur an wenigen Stellen schimmert eine vorsichtige Protesthaltung durch, die aber vom Patienten durch ausgesprochenen Unernst entschärft wird, was zu seinem noch jungenhaften, harmlos-freundlichen Auftreten paßt. In Gegensatz dazu steht lediglich eine geheime, aber spürbare ambivalente Bewunderung für einen harten, durchsetzungsfähigen Kollegen.
Einige Stunden vor der zu schildernden Episode hatte der Patient den Wunsch geäußert, die Analyse mit lediglich zwei Stunden pro Woche fortzusetzen. Diesen Wunsch ließ er fallen, nachdem ich ihm gesagt hatte, daß er damit nicht nur die Stundenzahl, sondern auch meine angebotene Hilfe auf die Hälfte reduziere. Einige Tage darauf hatte der Patient eine Analysestunde total »vergessen«, was er als Ausdruck einer »echten Urlaubsstimmung« wertete. Von dieser Episode ausgehend, war es erstmals möglich, zu zeigen, daß sein Kampf gegen die »Überforderung« sich nicht so sehr gegen abstrakte Pflichten als vielmehr gegen konkrete Personen (in der Lebensgeschichte mit Sicherheit gegen den Vater) richtete. Diese Deutungsarbeit kulminierte in der plötzli