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Eine fünfzigjährige Patientin, Mutter erwachsener Kinder, litt an einer Depression, die mit Angstzuständen einherging und zu jahrelanger erfolgloser Psychopharmaka-Therapie geführt hatte. Die Symptomatik war aus einer Trauerreaktion um den nach kurzer Krankheit verstorbenen Ehemann hervorgegangen. Die Patientin entwickelte hypochondrische Ängste, wie ihr Ehemann an einem nicht entdeckten Karzinom zu leiden. Die unbewußte identifikatorische Vereinigung mit dem idealisierten Toten und die Fortführung der verinnerlichten ambivalenten Beziehung zu ihm in Form von Selbstanklagen folgten dem typischen Muster depressiver Reaktionen. Die Patientin lebte ganz zurückgezogen und hielt sich im wörtlichen Sinne verborgen: Sie schützte eine Überempfindlichkeit der Augen vor, um das Tragen einer Sonnenbrille zu begründen, hinter der sie sich versteckte. Wegen der chronischen Erkrankung einer Schwiegertochter glaubte sie eines Tages zwei Enkelkinder betreuen zu müssen, fürchtete aber, dazu wegen ihrer Erkrankung unfähig zu sein. Diese Sorge verstärkte ihr Leiden und verpflichtete sie zugleich, am Leben zu bleiben und nicht Hand an sich zu legen.
Die beiden Wendepunkte der Therapie liegen etwa ein Jahr auseinander.
Die analytische Bearbeitung der depressiven Identifikation mit dem verlorenen Objekt hatte zu einer gewissen Besserung der Beschwerden