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Kognitive Ansätze der Psychologie gehen davon aus, daß jeder Mensch ein inneres Modell der Welt konstruiert, das seine Wahrnehmungen, Gedanken, Gefühle und Handlungen bestimmt. Wir neigen oft dazu, unser Bild der Welt mit der Wirklichkeit gleichzusetzen und andere Weltbilder, die vielleicht eine ebenso grobe Annäherung an die Wirklichkeit aus einer anderen Perspektive darstellen, für falsch zu halten. Dies gilt nicht nur für »gewöhnliche Menschen«, sondern auch für Wissenschaftler, die oft sehr leidenschaftlich und voreingenommen reagieren, wenn es darum geht, die eigene Sichtweise zu verteidigen und konkurrierende theoretische Ansätze zu beurteilen (vgl. Mahoney, 1976).
Auch die Auseinandersetzung zwischen Psychoanalyse und Verhaltenstherapie wird oft sehr polemisch und aggressiv geführt — und zwar von beiden Seiten (vgl. Eysenck und Rachman, 1967; Mitscherlich, 1970).
Mahoney (1978) glaubt, daß sich gegenwärtig im Streit zwischen behavioristischen und psychodynamischen Ansätzen eine Détente abzeichne und daß eine größere Bereitschaft bestehe, etwas von anderen psychotherapeutischen Richtungen zu lernen. Nach der Lektüre von zwei Aufsätzen, in denen sich Hans-Geert Metzger (1979; 1980) kritisch mit neueren Ansätzen der Verhaltenstherapie beschäftigt, scheint mir allerdings, daß der »kalte Krieg« noch nicht beendet ist.
Thesenartig zusammengefaßt lauten die Einwände von Metzger gegen die neueren Ansätze der Verhaltenstherapie:
In der Verhaltenstherapie wird die subjektive Problematik des Klienten1 von ihrem Sinn- und Erlebniszusammenhang abgetrennt. Sie versucht, zwischenmenschliche Probleme mit Hilfe isoliert eingesetzter Techniken zu lösen.
Die Verhaltenstherapie führt zur unkritischen Anpassung des Individuums an die jeweils herrschenden sozialen Normen.
Das verhaltenstherapeutische Selbstsicherheitstraining bewirkt eine bessere technische Beherrschung von sozialen Verhaltensweisen und damit ein angepaßteres soziales Funktionieren. Der Klient bleibt aber von Modellen a