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Bereits der Titel macht deutlich, worum es den Autoren geht: Sie melden Widerspruch an. Beide wissen, wovon sie reden, wenn sie ihr Buch als leidenschaftliches Plädoyer für eine gewaltfreie Erziehung verstanden wissen möchten. Der Psychiater G. Pernhaupt verfügt als Begründer der ersten Drogenberatungsstelle Österreichs über vielfältige klinische Einsichten und wissenschaftliche Untersuchungsergebnisse zum Thema Gewalt als sozialisierender Erfahrung bei Drogenabhängigen, Alkoholikern und Bewährungshilfe-Probanden. H. Czermak hat sich im Rahmen seiner Bemühungen um eine zureichende Psychohygiene in der Frühkindheit als namhafter Vertreter der österreichischen Sozialpädiatrie seit Jahren mit Fragen der innerfamiliären Gewalt beschäftigt. Ihr Widerspruch richtet sich nicht nur gegen öffentliche Vorurteile, sondern ebenso gegen noch immer bestehende wissenschaftliche Lehrmeinungen und politische Anschauungen, denen zufolge die »leichte« körperliche Bestrafung als angemessene Erziehungsmaßnahme gilt. Mit ihrer Arbeitshypothese, daß sich hinter der gesellschaftlich legitimierten Ideologie vom »leichten Klaps« ein unkontrolliertes Ausmaß familiärer Gewalt bis hin zu Kindesmißhandlungen entfalten kann, schließen sie — erstmalig für Österreich — an angloamerikanische Forschungen und an die Diskussion an, die seit einigen Jahren auch in Deutschland in Gang gekommen ist.
Der Aufbau des Buches läßt sich in zwei Teile gliedern. Der erste Teil entfaltet eine Vielzahl von Themen, die den zentralen Aspekt der Gewalt berühren. Hauptthemen wie die gesellschaftliche Funktion und psychische Bedeutung der Strafe, Erziehungsnormen, Strafen in verschiedenen Institutionen, gesetzliche Grundlagen des Züchtigungsrechtes, Kindesmißhandlungen, Mißhandlungen von Frauen u. a. werden unter Einbeziehung erziehungswissenschaftlicher, psychoanalytischer, ethnologischer und sozialwissenschaftlicher Erkenntnisse so dargestellt, daß sie einer großen Leserschicht zugänglich sind. In diesem Teil machen di