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In »Psyche« 8/1980 hat J. Scharfenberg meiner Arbeit eine Besprechung gewidmet, die offenbar nach rascher Lektüre nur der ersten beiden Bände zustande gekommen ist und sowohl über Intention wie Methode des Werkes z. T. Mißverständliches, z. T. Mißverstandenes mitteilt. Deshalb sei eine kurze Darstellung der eigentlichen Ziele und methodischen Schritte der Studie nachgetragen.
Es handelt sich um eine Habilitationsschrift in katholischer Dogmatik, die versucht, Bibelexegese, Tiefenpsychologie und Philosophie über ein zentrales Thema — die menschliche Schuld und das Unvermögen zum Guten — miteinander ins Gespräch zu bringen. Als Gesprächsgrundlage dient die jahwistische Urgeschichte, die am Anfang der Bibel von Paradies und Sündenfall, Brudermord und Rache, Sintflut und Vaterschändung, Völkerzwietracht und dem Zerbrechen der menschlichen Sprache berichtet. Mit Hilfe der historisch-kritischen Methode, aber unter starker Berücksichtigung der Motivgeschichte der mythischen Erzählelemente und mit Hilfe einfühlender Hermeneutik verstehe ich im 1. Band der Studie die jahwistische Beschreibung des menschlichen Daseins und der menschlichen Geschichte als Darstellung einer vollkommenen Umwertung des Lebens im Bannkreis der Angst, für die das Symbol der Schlange des Nichtseins als Chiffre gesehen wird. Indem die Menschen unter dem Zwang der Angst das Gefühl der Geborgenheit in Gott verlieren, treten sie in einen unausweichlichen Prozeß immer weiterer Entfremdung von ihrem eigenen Wesen, von der Welt und von Gott als ihrem Schöpfer ein, und bei allem guten Willen, die mangelnde Grundlage ihres Daseins in Gott durch eigene absolute Selbstbegründung gegen die Nichtigkeit ihrer Existenz zu kompensieren, geraten sie nur immer tiefer und auswegloser in die Bodenlosigkeit ihrer Angst und Schuld. Aus einem Dasein, das als Segen gemeint ist, wird ein gottverfluchtes Leben, aus einer Welt, die in Gott ein Paradies sein könnte, eine feindselige Wüstenei.
Der zweite psychoanalytische Teil der