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»Das Unbewußte als zentrale Kategorie der Psychoanalyse, sowohl für ihre Therapie wie für ihre therapeutische Praxis, ist für angrenzende Theorien eine Schranke geblieben, an der ihre Assimilation bisher ihre Grenze gefunden hat« (S. 9). Dieses Zitat aus der Einleitung des von K. Menne, M. Looser, A. Osterland, K. Brede und E. Moersch vorgelegten Aufsatzbandes »Sprache, Handlung und Unbewußtes« markiert die allen Autoren gemeinsame theoriestrategische Absicht: Die psychoanalytische Begrifflichkeit zu entsakralisieren und der Psychoanalyse nicht als Heilverfahren, sondern als Theorie über Struktur und Genese menschlichen Geistes eine allgemeine sozialwissenschaftliche Legitimation zu verschaffen. Mit Hilfe der analytischen Sprachphilosophie, soziologischer Handlungstheorie und marxistischer Gesellschaftstheorie soll dafür ein Fundament gelegt werden. Als aktueller Problembezug dient fast allen Beiträgen die Lorenzersche Reformulierung der Psychoanalyse als kritischer Gesellschaftstheorie. Das Buch dokumentiert zugleich — sieht man von der Lacan-Schule ab — den neueren Diskussionsstand über die Psychoanalyse, sei's als Sprachanalyse, sei's als Gesellschaftstheorie. Seine Lektüre ist ein spannendes, aber auch schwieriges Geschäft, weil die Konzentration aller Beiträge auf die kategoriale Purifizierung der psychoanalytischen Systematik mit den unvermeidlichen theoriegeschichtlichen Verzweigungen der Argumentation eine der Psychoanalyse selbst fremde Art der Problembearbeitung zur Folge hat: Theoriediskussion ohne Materialbezug. Das Programm einer disziplinübergreifenden Explikation von Konzepten der Psychoanalyse läßt sich ohne Risiko nicht einlösen. Darauf haben die Autoren hingewiesen. Sollen fremde Theoriesprachen wie die der Linguistik oder der Identitätsphilosophie die Kategorien der Disziplin spezifizieren, so ist damit per se ein Theoriefortschritt noch nicht verbunden. Mindestens zwei weitere Risiken eines solchen Unternehmens sind denkbar: Addition verschiedene