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Mit der Psychoanalyse ist es inzwischen, nachdem die »Vätergeneration« der Abraham, Rank, Sachs, Ferenczi, Fenichel, Bernfeld längst zur fernen Legende sich verflüchtigt hat, soweit gekommen, daß die Freud und seinen ersten Schülern noch gegenwärtigen Impulse, die die Psychoanalyse der Philosophie und den Gesellschaftswissenschaften verdankt, fast völlig aus dem Bewußtsein der heute praktizierenden Analytiker (wobei die Amerikaner, wie fast überall, den Vorreiter machen) verbannt sind. Während sich die nach innen gerichtete Kritikfähigkeit der Psychoanalyse immens entfaltet hat, ist ihre nach außen gewendete, die nicht auf innerpsychische Konditionierungen und Determinationen zielt, sondern auf die den Subjekten externe Realität, im gleichen Maße geschwunden. Fast sieht es so aus, als sei ein guter Analytiker heute einer, der ein gestörtes Verhältnis zur äußeren Realität hat, die ihm professionell nicht unmittelbar, sondern nur indirekt, vermittelt erscheint — als »Produktionsverhältnis«, »politisches System«, »soziale Struktur« im Rücken der Patienten-Subjekte.
Gewiß, es gibt Ausnahmen. Aber mehr denn je zehrt die Psychoanalyse als ein wie immer fragmentarisches Stück gesellschaftlichen Selbstbewußtseins von der Reflexionskraft jener, die ein eher marginales Verhältnis zu ihr unterhalten, und es ist wohl nicht übertrieben, wenn man Figuren wie Mitscherlich, Parin und Lorenzer als Marginalisierte charakterisiert, die von der Gemeinschaft der Psychoanalytiker allenfalls geduldet werden.
Cornelius Castoriadis, in Paris lehrender Philosoph und Psychoanalytiker, hat in seinem 1978 erschienenen Buch Durchs Labyrinth zwei bereits anderwärts publizierte Essays zur gegenwärtigen Situation der Psychoanalyse vorgelegt, die auch im Jahre 1981 nichts von ihrer Aktualität eingebüßt haben: »Epilegomena zu einer Theorie der Seele, die man als Wissenschaft hat ausgeben können« und »Die Psychoanalyse als Projekt und Aufklärung« . In beiden Essays werden im Feld der Erkenntnis- und Ge