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Seit ich von dem Buch Ann Dallys Kenntnis habe, ist es mir in vielen Buchhandlungen begegnet, in linken und Frauenbuchläden, in den rayons zum Thema Frau oder Psychologie. Ein Buch mit dem Titel »Die Macht unserer Mütter«.1 Warum greift der Käufer, greife ich danach?
Ist es Ärger darüber, daß hier einmal mehr den Müttern ominöse Mächte angedichtet werden, ihnen wieder einmal Schuld am Unglück der Kinder zugeschrieben wird; oder im Gegenteil der uneingestandene Wunsch, daß hier noch einmal abgerechnet werde mit den mächtigen »bösen« Müttern, und ich lesend teilhabe an der Rache? Was soll da im Leser angesprochen werden, und wer ist dieser Leser?
Das Buch wendet sich, so der Klappentext, an Mütter und Väter jeden Alters, die den Prozeß des Heranwachsens und der Loslösung ihrer Kinder miterleben, darüber hinaus »an alle, die sich selbst verstehen wollen, indem sie versuchen, etwas Licht in die einzigartige, meist unbewußt erlebte Beziehung zu ihrer eigenen Mutter zu bringen.«
Da kann ich mich gemeint fühlen und gehe an die Lektüre. Dabei bemühe ich mich, der einleitenden Bitte der Autorin zu entsprechen und mich bei meiner Kritik nicht am Urteil anderer zu orientieren, sondern mich ausschließlich und »wirklich« auf meine Gefühle zu verlassen. Diese werden sich bereits nach wenigen Seiten und konstant während der ganzen Lektüre als Verwunderung und Verärgerung erweisen: Verwunderung darüber, daß es möglich ist, über 280 Seiten hinweg immer wieder das Gleiche und das heißt so gut wie nichts zu sagen, und Verärgerung, die ich anhand einer knappen Charakterisierung des Buches begründen möchte.
Kurz zum »Inhalt«: Ann Dally unterscheidet »drei Phasen der Mutterschaft« und diesen entsprechend drei Muttertypen: »1. die umschließende Mutter, die das Kind