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Der Autor, ein psychoanalytisch tätiger Kinderpsychiater, wirkt als Konsultativmitglied im onkologischen Spezialistenteam der Basler Universitätskinderklinik. Man gewinnt bei der Lektüre den Eindruck eines kompetenten Forschers und Psychotherapeuten, der mit einem klaren Konzept an die Arbeit herangeht, seine Begriffe exakt verwendet und gleichzeitig bestrebt ist, den Menschen, die er wissenschaftlich untersucht, seelisch zu helfen. Darüber hinaus
läßt der Autor die Leser am Leid der lebensbedrohten Kinder teilhaben, z. B. durch einfühlsam verfaßte Falldarstellungen, illustriert durch farbige und schwarzweiße Zeichnungen der Kranken. Den einzelnen Kapiteln werden Auszüge aus Gedichten von Rainer Maria Rilke, aber auch von Gottfried Benn und Kurt Marti vorangestellt, die hauptsächlich Sterben und Tod betreffen.
Bürgins Studie besteht im wesentlichen aus drei Teilen: Im ersten Teil behandelt er vor allem ethnologische und soziokulturelle Aspekte des Todes und die ontogenetische Entwicklung von Todeskonzepten. Er fragt sich, welche Bedeutung zu anderen Zeiten und in anderen Kulturen dem Tod beigemessen worden sei und wie wir in unserer Gesellschaft zum Tode stehen. Bei uns wird Trauer um einen Verstorbenen immer mehr zu einer privaten Angelegenheit und immer weniger durch kollektive Handlungen wie Teilnahme an Trauerzügen, Totenwachen und Trauerfeiern, Gedenkfeiern zum Ausdruck gebracht. Um die besondere Auseinandersetzung von Kindern aus Basel und Umgebung, die im Zeitraum zwischen 1970 und 1977 dem Tod gegenübergestanden haben, besser zu verstehen, hat Bürgin psychoanalytische Gesichtspunkte zur Erfassung der Persönlichkeitsentwicklung herangezogen. Bei der Beschreibung des jeweiligen Todeskonzepts müssen Alter, Reifung und allgemeine Entwicklung des Kindes sowie seine Intelligenz und sein Zeitgefühl berücksichtigt werden. Bei Kindern, die selbst vom Tod bedroht sind, kommen Wiedervereinigungs-, Wiedergeburts- und Unsterblichkeitsfantasien vor.
Der Autor befaßt sich i