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Kraiker macht in diesem Buch das Verhältnis und insbesondere den Streit zwischen der Psychoanalyse S. Freuds und dem Behaviorismus Skinners Zum Gegenstand. Ziel seiner Untersuchung ist es, zu zeigen, daß es möglich sei, ohne opportunistischen Eklektizismus beide Ansätze aufzugreifen und zu verwenden. Den Widerstreit zwischen beiden psychologischen Theorien führt er auf zwei seiner Meinung nach für das psychologische Denken bestimmende Grundpositionen zurück: nämlich einerseits auf Platons Lehre der Teilung der Seele in drei Instanzen (Vernunft, Mut, Begierde), die in ihrer Struktur auch der Psychoanalyse zugrunde liege, und andererseits auf die Lehre des Aristoteles, die den Menschen nicht als von einer inneren Seele angetrieben, sondern als Körper mit bestimmten Dispositionen und Potenzen, die sich im Verhalten verwirklichen, betrachtet; diese Lehre sei Vorbild für den radikalen Skinnerschen Behaviorismus. Kraikers zentrale These ist, »daß beide Theorien teleologische Erklärungen, also Erklärungen von Verhalten durch Absichten, Wünsche etc. als fundamental akzeptieren und daß sie sich unterscheiden in der Interpretation solcher Erklärungen« (S. 9). Gegenstand des Behaviorismus seien nicht »einzigartige« psychische Äußerungen, sondern »Klassen von Äußerungen«, während die Psychoanalyse bestimmte psychische Produkte untersuche. So könne der Behaviorismus z. B. klären, warum jemand Gedichte schreibt (da nämlich das Schreiben von Gedichten bei früheren Gelegenheiten »verstärkt«, d. h. in irgendeiner Form belohnt worden sei), während er die Frage, warum jemand genau dies bestimmte Gedicht geschrieben habe, nicht beantworten könne; dagegen sei die Psychoanalyse in der Lage, die Genese einer Symptomproduktion aufzuklären. Insoweit redeten Behavioristen und Psychoanalytiker allzu häufig aneinander vorbei (S. 162/163).
Kraikers Darstellung der Psychoanalyse ist etwas einseitig, indem er sich im wesentlichen auf den topischen Gesichtspunkt beschränkt (eine leider verbreitete