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Dieses Buch über Verlust, Sterben und Tod, über die Möglichkeiten emotionaler Bewältigung des für den Menschen schlechthin Unbegreiflichen durch Trauerarbeit und Kreativität wie über die Behinderung dieses Prozesses durch phallische Abwehr ist eine faszinierende und eindrucksvolle Lektüre. Ausgehend von Winnicotts Konzept der Übergangsphänomene und -objekte in der frühen Mutter-Kind-Beziehung spannt Hägglund einen Bogen von der ersten aktiven Kreativität des Kindes bzw. der ersten mit der Mutter geteilten Illusion bis zur letzten kreativen Aktivität, der kreativen Illusion angesichts des bevorstehenden Todes. Die frühe Kreativität, die sich innerhalb des potentiellen Raumes zwischen Mutter und Kind ereignet, sich in Übergangsobjekten verkörpert und eine gemeinsame Illusion in einer gemeinsamen emotionalen Realität ist, verhindert unerträgliche Einsamkeit beim vorübergehenden Verlust der Mutter. Eine Regression auf diese internalisierte kreative Erfahrung der frühen Zweipersonenbeziehung kann nach Hägglund zu der Erfahrung führen, daß das eigene Sterben mit einem anderen Menschen geteilt werden kann, daß also auch der Sterbende sich nicht in unerträglicher Einsamkeit erlebt.
In zum Teil sehr ausführlichen Fallberichten veranschaulicht Hägglund, wie Sterbende die Fähigkeit entwickelten, in der Übertragungsbeziehung zum Therapeuten auf die frühe Zweipersonenbeziehung zu regredieren bzw. durch eine kreative Illusion das Gefühl des Einsseins mit der frühen Mutter wiederzubeleben, was den Patienten auf verschiedene Weise ermöglichte, ihr Sterben ohne unerträgliche Angst zu erfahren. In diesen psychoanalytischen Behandlungen Sterbender wurde deutlich, daß die Dynamik des Sterbeprozesses in einem grundlegenden Zusammenhang mit der frühen Bewältigung der Trennungsangst, der depressiven Position und dem lebenslangen Umgang mit Trennungen